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Zuletzt aktualisiert: 23.06.2010 um 12:00 UhrKommentare

Zuhause ohne Barrieren alt werden

Studie des Baugewerbes zeigt: Adaptierte Bestandswohnungen sind die kostengünstigste Wohnversorgung für ältere Menschen.

Älteren Menschen möglichst lang das Wohnen in ihren vertrauten vier Wänden zu ermöglichen, ist gesellschaftspolitisch wie auch volkswirtschaftlich sinnvoll. Das zeigt eine aktuelle Studie zur Wohnversorgung für SeniorInnen, die im Auftrag der Bundesinnung Bau entstand und im Rahmen einer Podiumsdiskussion in Wien vorgestellt wurde.

Wie die Untersuchung zeigt, ist die Adaptierung für Senioren leistbar und entlastet zugleich spürbar das Sozialbudget. Ein Vergleich belegt die Vorteile des altengerechten Wohnungsumbaus gegenüber den Kosten von Pflegeheim oder Wohnungsneubau mit Betreuung. Denn diese beiden Varianten bedeuten schon nach 5-jähriger Nutzung das Vier- bis Fünffache an Kosten, verglichen mit einem Umbau. Diverse Modelle machen deutlich, dass sich die geförderte Adaptierung unter Berücksichtigung von Pension, Pflegegeld, Zuschüssen und Eigenleistungen für die SeniorInnen ebenso rentiert wie für die öffentliche Hand.

Daheim statt Heim

"Wir haben diese Studie aus mehreren Gründen in Auftrag gegeben", sagte der Bundesinnungsmeister des Baugewerbes, Hans-Werner Frömmel, bei der Podiumsdiskussion. "Es explodieren die Kosten für die Versorgung älterer Menschen in Senioren- und Pflegeheimen; wir wollen durch bauliche Maßnahmen die Sozialverbände finanziell entlasten und den Menschen die Möglichkeit geben, daheim statt im Heim alt zu werden." Bei der Bestandssanierung sei insbesondere die Barrierefreiheit ein wichtiger Punkt. Schließlich gelte es, Förderungsmodelle zu entwickeln und steuerliche Anreize zu schaffen, so Frömmel, der als konkreten nächsten Schritt die Einrichtung einer Arbeitsgruppe aus Experten und politischen Entscheidungsträgern empfiehlt.

Baumeister Rudolf Leitner, Verfasser der Studie ("Volkswirtschaftlicher Vergleich altengerechter Wohnversorgungssysteme") hob hervor, dass die "eigenen vier Wände" für 95 Prozent aller Senioren die beliebteste Wohnform seien. Andererseits geschehen 80 Prozent der Unfälle im Haushalt wegen baulicher Barrieren. Abhilfe schaffen Umbauten und Adaptionen, die Stufen, Schwellen und Gefahrenquellen, wie etwa unpassende Badezimmer, beseitigen.




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