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Zuletzt aktualisiert: 09.06.2010 um 15:10 UhrKommentare

Komfortables Warten auf die Apokalypse

Hohe Nachfrage wegen Weltuntergangspanik an Luxusbunker unter der Wüste. Allerdings ist nicht jeder willkommen, der diese Immobilie der Sonderklasse erwerben will.

Riesenbunker unter der Mojave-Wüste geplant

Foto © APRiesenbunker unter der Mojave-Wüste geplant

Gefahren lauern überall, absolute Sicherheit gibt es nicht. Was tun, wenn ein Asteroid die Erde bedroht? Wohin nur, wenn eine atomare Explosion bevorsteht? Für besonders besorgte Zeitgenossen mit dem nötigen Kleingeld hat ein Unternehmen in den USA eine Antwort auf solche Fragen parat. Die Firma Vivos bietet derzeit 4.000 Fluchtplätze in 20 atombombenfesten Komfort-Bunkern an - für 50.000 Dollar (etwa 40.000 Euro) pro Person. Es lägen bereits hunderte Anfragen vor, sagt Firmenchef Robert Vicino.

Angst vor Anarchie

Zur den Grundtugenden von Unternehmern zählt in der Regel der Optimismus. Vicino freilich neigt von Berufs wegen eher zu apokalyptischer Weltsicht. "Früher oder später wird irgendetwas passieren, vor dem wir Schutz suchen müssen", prophezeit er. Seine Luxusbunker böten Schutz vor Atomterrorismus, Vulkanausbrüchen, Killer-Kometen, Sonnenwinden, Tsunami-Flutwellen, einer Verschiebung der Magnetpole der Erde sowie Bio- und Chemiewaffen. Seine ganz persönliche Hauptfurcht, sagt Vicino, sei ein ökonomischer Zusammenbruch der USA mit "sozialer und wirtschaftlicher Anarchie".

Vivos lässt derzeit die erste Bunkeranlage in der Mojave-Wüste nahe der Stadt Barstow bauen. Im September soll sie eingeweiht werden. Die Schutzbauten sind nach Firmenangaben gewappnet gegen Außentemperaturen von 700 Grad Celsius, Windböen von 700 Stundenkilometern, Überflutungen von 500 Stunden Dauer und massive Erdbeben der Stärke 10. Im Preis inbegriffen sind Nahrung, Kleidung, Fitness-Räume und Mobiliar. "Man kann nichts vorhersagen, aber vorbereitet sollte man sein", heißt der Werbespruch des Unternehmens.

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Auch ein Riesen-Solar-Projekt ist in der Mojave stationiertFoto ©

Freilich ist noch längst nicht jeder Interessent, der den hohen Preis zahlen kann, in den Bunkern willkommen. Die künftigen Bunkerbewohner sollen sich durch jeweils besondere Begabungen und professionelle Kenntnisse gegenseitig ergänzen, um im Notfall eine funktionierende, auf sich selbst gestellte Gemeinschaft zu bilden. "Wir wollen hier ein bisschen was von allem, wie auf der Arche Noah, damit sich die Leute gegenseitig helfen können", sagt Vicino.

Ein bisschen Bunkermentalität gehört also wohl zu dem Preis, der für die absolute Sicherheit zu zahlen ist. An der Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung dürfte es im Krisenfall nicht mangeln: Laut Firmenangaben haben gut ein Drittel der bisherigen Interessenten beruflich mit Sicherheit zu tun - als Polizisten, Soldaten oder private Wachleute.

"Erst gestern habe ich eine Anfrage von einem Soldaten aus einem Sondereinsatzkommando in Afghanistan bekommen", berichtet Vicino. "Er war wirklich begeistert." Den Vorwurf, dass er Ängste schüre, um damit Geld zu machen, will der Firmenchef nicht geltenlassen: "Wir befördern nicht die Angst, wir bieten nur Lösungen an."


Fakten

Die Mojave-Wüste ist eine Wüste im Westen Nordamerikas. Sie umfasst 35.000 km² auf dem Gebiet der US-Bundesstaaten Kalifornien, Utah, Nevada und Arizona. Auch das berühmte "Death Valley" liegt in diesem Gebiet.

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