Auch im Ikea-Haus darf man Nägel in die Wand schlagen
Der Möbelkonzern weist die Kritik der Stiftung Warentest zurück, die teils veraltete technische Beschreibungen herangezogen hatte.

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Der schwedische Möbelkonzern Ikea weist Kritik der Stiftung Warentest an seinen Boklok-Fertighäusern zurück. Natürlich dürfe man in den Häusern Nägel in die Wand schlagen oder zusätzliche Steckdosen montieren, teilte Ikea am Mittwoch in Wallau mit. Die Stiftung Warentest habe für ihren Schnelltest teils veraltete technische Beschreibungen benutzt. "Hauptkritikpunkte sind bereits in den zum Verkaufsstart an die Kunden verteilten Prospekten richtig gestellt worden", sagte eine Sprecherin.
Ikea hatte die Fertighäuser, die vom Hersteller Bien-Zenker in Schlüchtern produziert werden, Anfang März auf dem deutschen Markt vorgestellt. Die ersten Minisiedlungen sollen in Wiesbaden und Offenbach entstehen. In Skandinavien und Großbritannien stehen nach Ikea-Angaben bereits 4.000 der Boklok-Fertighäuser, deren Name sich von Schwedisch: "Bo klok" (Wohn klug) ableitet.
Nach Einschätzung von Marktbeobachtern dürfte die Kritik der Stiftung Warentest den Verkauf der Häuschen in Deutschland bremsen. Die Stiftung hatte unter anderem Knebelklauseln im Kaufvertrag bemängelt: Die letzte Rate müsse noch vor dem Abschluss von Restarbeiten überwiesen werden. Ikea erklärte, die Kunden hätten die Wahl, entweder erst ganz am Ende zu zahlen oder bei einem vorzeitigen Einzug. Dann stehe Hersteller Bien-Zenker aber mit einer Bankbürgschaft für die Erledigung der Restarbeiten gerade.
Die Siedlungen mit Ikea-Reihenhäusern bildeten einen Energieverbund mit eigenem Blockheizkraft, erklärte Ikea. Deswegen seien die Käufer 15 Jahre lang daran gebunden. Es fielen keine Kosten für Wartung der Anlagen an. Stiftung Warentest hatte die Vertragsbindung bemängelt, Heiz- und Stromkosten der Häuser fielen zu hoch aus.
Das Problem mit Nägeln oder Dübeln ergibt sich aus der Dampfsperre, einer Folie in den Fertigbauwänden. Diese dürfe keinesfalls verletzt werden, sagte Ikea-Sprecherin Sabine Nold. Aber natürlich dürften Bilder und Hängeschränke aufgehängt werden mit handelsüblichen Hohldübeln. In Außenwänden sollten Zusatzschalter oder -Steckdosen in einer winddichten Ausführung montiert werden, riet sie.
Ikea werde die vertraglichen Regeln noch einmal genau überprüfen, erklärte Nold. "Ziel von Boklok ist es, zufriedene Kunden zu haben."
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Ikea bietet seit kurzem auch Fertighäuser in Deutschland an. Die Immobilien kosten zwischen knapp 200.000 und rund 270.000 Euro. Die ersten der Reihenhäuser entstehen in der Rhein-Main-Region.



















