Größte Expo der Geschichte findet in Shanghai statt
Die Expo 2010 in Shanghai steht unter dem Motto "Better City, Better Life". Für die Shanghaier wurde ein Pyjama-Verbot erlassen, es werden schließlich 70 Millionen Besucher erwartet.

Foto © ReutersDer futuristische Pavillon der Engländer
Halbes Jahr
Die Expo 2010 dauert vom 1. Mai bis 31. Oktober 2010.
Jeder zweite Mensch lebt heutzutage in einer Stadt. Wie die Welt die zunehmende Urbanisierung bewältigt, wird über die Ressourcen der Erde und die Zukunft der Gesellschaften entscheiden. Eine bessere Stadt, ein besseres Leben - unter diesem Motto steht die Expo 2010 in Shanghai, die am 1. Mai ihre Tore öffnete. Mit 70 Millionen Besuchern soll es die größte Weltausstellung der Geschichte werden. "Shanghai ist bereit", sagt Expo-Sprecher Xu Wei. Rund 250 Länder und Organisationen sind vertreten. Erstmals seit der Expo 2000 in Hannover haben Länder wieder Pavillons gebaut.
Stadtentwicklung
Die Weltausstellung bietet eine Plattform, um innovative Ideen auszutauschen, wie Probleme mit Verkehr, Umweltschutz, Energie, Müll und Abwasser gelöst werden können. Nachhaltige Stadtentwicklung ist gerade im bevölkerungsreichsten Land der Erde ein drängendes Problem. Jedes Jahr strömen 60 Millionen Chinesen in die Städte, auch wenn China mit einer Urbanisierungsrate von 46 Prozent noch unter dem Weltdurchschnitt von 55 Prozent liegt. Im Reich der Mitte gibt es aber schon heute mehr als 170 Millionenstädte und sieben Metropolen mit mehr als zehn Millionen Einwohnern. Expo-Gastgeber Shanghai zählt mit 18 Millionen Menschen zu den zehn größten Städten der Erde.
Kritik
Die einheimische Bevölkerung steht voll hinter der Weltaus-
Was Olympia 2008 für Peking war, soll die Expo 2010 für Shanghai werden. Regierungschef Wen Jiabao erwartet ein "spektakuläres und unvergessliches Ereignis". Auf dem 5,28 Quadratkilometer großen Gelände auf beiden Seiten des Huangpu-Flusses werden täglich 400.000 Menschen erwartet. "Transport und Sicherheit bereiten uns große Kopfschmerzen", sagt Expo-Sprecher Xu Wei. Drei bis fünf Millionen Besucher aus dem Ausland werden nach vorsichtigen Schätzungen über die sechs Monate bis 31. Oktober erwartet, so dass sich die "Stadt über dem Meer" von der besten Seite zeigen will.
Pyjamaverbot
Wirbel löste allerdings die Kampagne aus, den Shanghaiern die charmante Eigenart abzugewöhnen, im Pyjama auf die Straße zu gehen. "Geh nicht im Schlafanzug nach draußen, sei für die Expo ein zivilisierter Mensch", hieß die Losung. Verantwortliche beteuern heute, der Nachtanzug sei nie wirklich verboten worden. "Ich finde, es ist ein persönliches Recht zu wählen, was man anziehen will", sagt auch Expo-Sprecher Xu Wei. Solche Sitten wandelten sich langsam mit wachsendem Wohlstand. Eine Stadt wie Shanghai müsse alle seine Seiten zeigen. "Die Expo ist eine gute Chance, der Welt zu demonstrieren, dass China ein aufgeschlossenes Land ist."
Features
Fotoserie
Geschichte
Die erste Weltausstellung fand 1851 in London als industrielle und kunsthandwerkliche Leistungsschau mit Jahrmarktcharakter statt. Seit der Weltausstellung 1867 in Paris präsentierten die teilnehmenden Länder ihre technischen Errungenschaften und neuen Produkte in Nationenpavillons. Heute werden globale Probleme behandelt und zukunftsorientierte Lösungen aufgezeigt. Im Zentrum stehen die Vermittlung und der Austausch von Informationen in den Bereichen Technik, Forschung, Wirtschaft, Kommunikation, Kultur und Unterhaltung.





















