Die 50-Plus-Generation definiert Wohnen neu
Eine neue Studie zum Wohnverhalten der Österreicher zeigt: 24 Prozent der über 50-Jährigen planen noch ihren Wohnsitz zu verändern. Dabei ist die Immobilienbranche gefordert, die auf die neue Zielgruppe eingehen muss.

Foto © Christoph Wagener - flickr.com
Diese Bevölkerungsgruppe stellt mit etwa 35 Prozent den größten Anteil an der österreichischen Bevölkerung dar. Es hat sich dabei eine sich von der Werbewirtschaft unverstanden fühlende, neue Spezies formiert. Jung, selbstbewusst, aktiv - eine Generation die mitten im Leben steht. Diese Generation, die sich in der Mitte und nicht im letzten Drittel ihres Lebens befindet, ist bis jetzt in einer Grauzone der "Senioren" verschwunden. Immer öfter haben sie selbst noch Kinder im schulpflichtigen Alter oder Kleinkinder. Ein neues Zeitalter hat begonnen, wo kräftig umgedacht werden muss.
Mobil wie nie
Einen eindeutigen Trend zeigt der Vergleich mit den Daten aus der Wohnstudie 2003. Gaben in der 2003 durchgeführten Befragung nur vier Prozent der über Fünfzigjährigen an, innerhalb der nächsten zwei Jahre übersiedeln zu wollen, so waren es 2009 bereits neun Prozent. Mit insgesamt 24 Prozent gibt fast ein Viertel der 2009 befragten an, innerhalb der nächsten 10 Jahre übersiedeln zu wollen. Diese Auswertung zeigt eindeutig die rasch zunehmende Mobilität dieser Gruppe, die vergleichsweise größer ist als die der 31- bis 50-Jährigen.
Daraus resultiert ein entsprechender Bedarf an für diese Zielgruppe zugeschnittenen Immobilien. Die Studie von Andrea Baidinger zeigt auch hier eindeutige Trends: Heute wohnen 43 Prozent in einem Haus, 57 Prozent leben in einer Wohnung. 2003 betrug das Verhältnis Haus zu Wohnung noch 60 Prozent zu 40 Prozent. Vor allem sind die "Übersiedlungsplaner" der etwa Fünfzigjährigen sehr realistisch, wenn es um die Wohnwünsche geht. 27 Prozent ziehen einen Umzug in ein Einfamilienhaus in Erwägung und 10 Prozent wollen in ein Reihenhaus übersiedeln. Der größte Anteil ist mit 66 Prozent jener, die eine Wohnung bevorzugen würden.
Service ist gefragt
Babyboom, Aufbruchstimmung und Entscheidungsfreiheit hat diese Generation stark und entschlossen gemacht. Die "neuen Fünfziger" sind nicht nur optimistisch und voller Tatendrang, und gerade deshalb für die Immobilienbranche eine neue Zielgruppe mit neuen Lebenswelten, die man sich erst erarbeiten muss. Sie sind gefestigte Charaktere, die exakt wissen was sie wollen und die selbst die Richtung vorgeben und nicht die Marketingstrategen. Baidinger: "Es ist eine Generation die erwartet serviciert zu werden, aber nicht mit billigen Tricks und einem Vorgaukeln heiler Welten, sondern mit Dingen, die tatsächlich einen Sinn für sie machen."
Barrierefrei
Für "Übersiedler" die wissen, dass sie bald aus dem Erwerbsleben austreten werden, rückt eine barrierefreie Immobilie ins Zentrum der Wohnbedürfnisse. Baidinger: "Empfehlenswert ist es Bereiche wie Schlafraum, Küche und sanitäre Einrichtungen auf einer Wohnebene zu planen." Breitere Türen, großzügige Aktionsradien vor allem im Eingangsbereich, Küche, Bad und Toilette gehören fix auf die Entwurfsliste, um auch bei körperlichen Handicaps über notwendigen Komfort zu verfügen.


















