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Zuletzt aktualisiert: 21.05.2010 um 10:19 UhrKommentare

Gemüse-Farmen auf den Hochhausdächern New Yorks

Öko-Paradeiser, frische Kräuter oder Erdäpfel: Gemüseanbau wird in New York derzeit groß geschrieben. Mit Farmen, die in den Himmel wachsen, wollen Wissenschaftler die Nahrungsversorgung in den Städten sichern.

Das Innere des "Living Tower" - außen Hochhaus, innen Garten

Foto © SOA ArchitectsDas Innere des "Living Tower" - außen Hochhaus, innen Garten

Öko-Paradeiser, frische Kräuter oder Erdäpfel aus eigener Züchtung: Gemüseanbau wird in New York derzeit groß geschrieben. Und weil es in der Acht-Millionen-Metropole nicht so viel Platz gibt, weichen die urbanen Bauern eben aufs Dach aus. Mit 3.700 Quadratmetern ist das größte Dach-Anbaugebiet derzeit in Brooklyn zu finden. Damit dort alles gut wächst, musste die Erde per Kran in den sechsten Stock gehievt werden. Die Mitarbeiter jäten jetzt mit Blick auf die Skyline von Manhattan Unkraut. Die Erzeugnisse werden zum Beispiel an Restaurants in der Stadt verkauft.

Ob New York City, Shanghai, Tokio oder Mexiko City: Die stetig wachsenden Metropolen dieser Welt haben einen riesigen Bedarf an Nahrungsmitteln, der mit den Erträgen ländlicher Felder allein zukünftig nicht mehr gestillt werden kann - es gibt nicht mehr genug Ackerland. Geht es nach einigen Wissenschaftlern, liegt die Lösung in einer Stadt, die sich selbst versorgt.

Fakten

Ganz nebenbei soll mithilfe der vertikalen Gemüsetürme auch das angegriffene Ökosystem eine Atempause einlegen können, da sich auf diese Weise die dann unbenutzten, ausgelaugten Felder regenerieren können.

Das Konzept der urbanen Landwirtschaft ist an sich nicht neu, die Dimensionen hingegen schon: Statt mit Kleingärten, in denen ursprünglich ärmere Stadtbewohner Gemüse und Obst angebaut haben, steht nun der vertikale Bauernhof im Blickpunkt von Wissenschaftlern, Architekten und Umweltschützern, um mitten in der City Wolkenkratzern eine völlig neue Funktion zu geben. Die visionären Entwürfe reichen von der Umgestaltung bereits bestehender Hochhausfassaden bis zum Neubau von Gebäuden mit bis zu 30 Stockwerken, die ein in sich geschlossenes System bilden, sich also ebenfalls selbst versorgen.

200 Meter hohes Glashaus

Man greift also auf bewährte Platzsparmethoden zurück und baut in die Höhe - und baut auch in der Höhe an. "Indoor-Anbau", also Glashäuser, sind ja nichts Neues mehr. Nun wollen Wissenschaftler unter Einbeziehung modernster Technologie und effizientester Bauweise Glashaus-Wolkenkratzer in die Zentren der großen Metropolen bauen, in denen die benötigten landwirtschaftlichen Produkte für die Großstadt angebaut werden sollen. Bis es soweit ist, muss nicht nur eine Menge technologisches Neuland erfolgreich betreten werden, sondern auch die öffentliche Skepsis gegenüber einer neuen Form der Landwirtschaft überwunden werden.


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