Das Wohnzimmer als Multitalent
Wohnzimmer müssen heute Multitalente sein: zum Ausruhen, Spielen, Lesen, Fernsehen und manchmal auch zum Arbeiten. Das alles unter einen Hut zu bringen, ist gar nicht so einfach!

Foto © IKEAEin Sofa macht noch kein Wohnzimmer...
Sitzgarnitur, Couchtisch, Regal: Im Wohnzimmer können jede Menge Möbel stehen, müssen es aber nicht. Was gebraucht und gewollt wird, ist noch stärker als in anderen Räumen eine individuelle Angelegenheit, erklärt die Wohnexpertin Katharina Semling.
"Wichtig ist es, ein Thema zu haben. Was ist die Aussage des Raums? Da verzetteln sich die meisten", so Semling weiter. Mitbringsel aus diversen Urlauben verstauben im Regal, dazu kommen im Laufe der Jahre zusammengesammelte Möbel und Accessoires, die nicht wirklich zusammenpassen. In einer Ecke Afrika, in der anderen Asien, dazu vielleicht ein Familienerbstück und ein paar Neuerwerbungen aus dem Einrichtungshaus: Daraus entsteht in Ausnahmefällen ein gelungener Mix, meist aber nur ein Eintopf mit zu vielen Zutaten.
Es ist Zeit zum Ausziehen!
Einrichtungsprofis wie Constanze Köpp raten deshalb immer auch zum Loslassen. Weniger ist mehr und Sauberkeit die Basis, so die Expertin. Wenn zum Beispiel nach dem Marokko-Urlaub etwas nordafrikanisches Flair im Wohnzimmer einziehen soll, heißt das für die Buddha-Figuren und die Seidenkissen aus dem Thailand-Aufenthalt: Es ist Zeit zum Ausziehen.
Je mehr sich im Wohnzimmer abspielt, desto wichtiger ist es, die einzelnen Bereiche genau zu definieren, rät die Innenarchitektin Katharina Dobbertin. "Den Lounge-Bereich kann man zum Beispiel mit einem hochflorigen, kuscheligen Teppich unter dem Sofa vom funktionalen Bereich abteilen." Steht auch ein Esstisch im Wohnzimmer, sei es wichtig, ihn so zu stellen, dass beim Sitzen auf dem Sofa nicht immer direkt der Blick darauf fällt.
Licht aus mehreren Quellen
Die Möbel sind liebevoll ausgewählt worden, die Accessoires genau darauf abgestimmt - und trotzdem wirkt der Raum nicht. Schuld daran ist oft das falsche Licht. "Deckenleuchter sind im Lounge-Bereich fehl am Platz", warnt Katharina Dobbertin. Stattdessen empfiehlt sie im Wohnbereich gedämpftes Licht aus mehreren Quellen.
Auf dem Sofa liegen Kuscheltiere, im Bücherregal Puzzles, und den Fernseher zieren Spielzeugautos: In Familien verwandelt sich das Wohnzimmer im Laufe der Zeit häufig in ein Kinderzimmer, stellt Constanze Köpp bei ihren Kunden immer wieder fest. Kinder sollten rechtzeitig lernen, auch in ihrem Zimmer zu sein. Und Eltern sollten die anwachsenden Spielzeugberge im Wohnzimmer konsequent abtragen.


















