Einbrüche "boomen": Kleine Besetzung und große Beute
In Krisenzeiten scheint zumindest ein "Gewerbe" zu florieren: Das der Einbruchs-

Foto © APAÖsterreich gerät zur "Einbrecher-Hochburg"
Die Zahl der Wohnungseinbrüche stieg in Österreich in den ersten drei Monaten 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 16,6 Prozent auf 3.600. Die Zahl der Einbrüche in Einfamilienhäuser kletterte österreichweit gar um 37,7 Prozent, insgesamt 2.599 Fälle wurden in nur einem Quartal registriert. Unrühmlicher Spitzenreiter bei Ein-
In die Falle getappt. Dass man in der Steiermark in einem Quartal 40 Einbrecher (die Bandbreite reicht vom Einzeltäter bis zur organisierten Bande) schnappen konnte, verbucht Maximilian Ulrich, Sprecher der Sicherheitsdirektion, einerseits schon als großen Erfolg. Andererseits sollte man die Hoffnungen auf ein Wieder-
"Kleine Besetzung". Auch Kriminalität ist "Trends" unterworfen - und das ist bei Einbruchsdiebstählen nicht viel anders: "Teamwork" im Duo oder Trio wird von den Langfingern laut Polizei momentan besonders groß geschrieben, große Banden scheinen oft nicht flexibel genug agieren zu können. In "kleiner Besetzung" schlägt man blitzschnell zu - und das immer dreister: Oft wird auch bei Tageslicht und in Mehrparteienhäusern ein-
Welche Versicherung zahlt? Die Frage, was passiert, nachdem "es" passiert ist, sollte jedenfalls mehr denn je beschäftigen: Friedrich Ilger, Versicherungsfachmann für den steirischen Konsumentenschutz, stellt klar, dass üblicherweise Einbruchsdiebstahlversicherungen im Rahmen einer Haushaltsversicherung den finanziellen Schaden abdecken - meist geht man bei der Bestimmung des entsprechenden Gesamtwertes von der Quadratmeterzahl der Wohnung aus. Wer wirkliche Preziosen hortet, sollte dann allerdings unbedingt einen Sachverständigen zu Rate ziehen.
Was nicht bezahlt wird. Freilich kann der Versicherte auch durch die Finger schauen - die Sache kann dann haarig werden, wenn Fahrlässigkeit mit im Spiel ist: Bereits gekippte Fenster gelten als Vernachlässigung der Sorgfaltspflicht des Versicherten, Versicherungen können sich "querlegen" und bekommen angesichts dieser "Einladungen" an die Kriminellen oft auch Recht. Gerade im ländlichen Bereich bleiben noch immer Haus- und Eingangstüren stundenlang unverschlossen, "(Nach)lässigkeit", die sehr teuer werden kann: "80 Prozent der Täter kommen durch die Tür", gab zuletzt auch Generali-Vorstand Walter Kupec zu bedenken. Zudem ist der Verlust von Bargeld, Schmuck und dergleichen nur bis zu einer gewissen Höchstsumme (5.000 bis 15.000 Euro) abgedeckt - außer man bewahrt diese Gegenstände in einem Safe auf, warnen Experten eindringlich.
Offene Grenzen als Grund? Die Polizei zeigt sich ob des massiven Anstiegs ratlos - eine von der Bevölkerung vertretene Meinung wird strikt zurückgewiesen: Die Schengen-Öffnung sei kein Grund für die hohen Einbruchszahlen. Nimmt man die Statistik näher unter die Lupe, ist aber freilich nicht von der Hand zu weisen, dass es in Wien, Niederösterreich und im Burgenland ein Plus an Einbrüchen in Wohnungen und Häuser gibt. Und: Von jenen, die in Ostösterreich auf Beutezug gehen, stammen viele nach wie vor aus Südosteuropa und dem Kaukasus, gibt man bei der Polizei unumwunden zu. Siedlungen in der Nähe von Verkehrsadern wie der A1 und der A2 scheinen zudem besonders gefährdet zu sein, können die Täter im Verkehrsdickicht doch besonders schnell und einfach entkommen. Gesetzt wird auf Prävention und Schwerpunktaktionen, ob diese (nicht unbedingt neue) Strategie wirklich greift oder nur Schadensbegrenzung einer angesichts der Flut an Fällen heillos überforderten Exekutive ist, werden die nächsten Statistiken zeigen.
Faktum ist mittlerweile, dass nicht nur die direkt Betroffenen draufzahlen: Viele Versicherungsmakler gehen davon aus, dass es mittel- bis langfristig Prämienerhöhungen geben wird...
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Sicherheitstipps
Eingangstüren sollten laut Experten jedenfalls stets verschlossen bleiben, Fenster nicht dauerhaft offen stehen oder gekippt sein. Alarmanlagen werden von Versicherungen zwar nicht vorgeschrieben, sind aber zunehmend ratsam. Minimum sind für viele robuste Sicherheitsschlösser. Wirksam sind freilich auch gute nachbarschaftliche Beziehungen - Belebtheit, höhere Aufmerksamkeit und gegenseitiges Verantwortungsgefühl schrecken Einbrecher oft besser ab als Alarmanlagen.






















