Weinkeller: Ein guter Jahrgang
Wein-Bau für Genießer. Wie Sie sich Ihren Traum vom perfekten Weinkeller zu Hause erfüllen können. Ganz modern oder einfach traditionell.

Foto © SchemmelWeinkeller als Betonkubus
Wein trinkt man nicht einfach, man will ihn zelebrieren, erleben, auskosten - mit allen Sinnen. Ohne dieses Bedürfnis wäre Wein-Bau, wie ihn in den vergangenen Jahren unter anderem auch steirische Topwinzer wie Tement, Polz oder Sabathi betrieben haben, nicht denkbar. Und es ist eine überraschend moderne Architektursprache, mit der die edlen Tropfen hier präsentiert werden.
Keller-Bau. Von derart zeitgemäßem Keller-Bau im Kleinen träumen mittlerweile auch viele Bauherren, bei denen sich die Weinkisten in der Speis und im Gerümpelkeller stapeln. Einen dieser Bauherrn traf vor einem Jahr der Architekt Christian Schemmel in Bruck an der Mur.
Quer gedacht. Die Ausgangslage: Ein rund 100 Jahre altes Haus mit einigen Kellerräumen mit unverputzten Ziegelmauern. "An jeder Seite gab es entweder ein Fenster oder eine Tür", beschreibt Schemmel die Situation. Im altem Mauerwerk noch einmal Regale aus Ziegeln zu errichten, wäre zuviel des Guten gewesen. Schemmel dachte also "quer" und lieferte den Entwurf für einen Weinkeller, der wie ein Möbelstück im Raum steht: mit seiner eigenen Form- und Materialsprache. Konkret wurde aus der Idee ein drei mal drei Meter großer Betonkubus, den Weinschränke aus Holz durchdringen. Das Objekt ist von außen und innen begehbar und nutzbar. Mit Glasverschlüssen gefüllte Leuchtkörper, Nischen für Korkenöffner und Weinbücher sowie ein Beton-Tischchen machen das "Weinkellermöbel" zum beliebten Ausflugsziel, wenn der Hausherr Gäste hat. Ganz billig war der Spaß freilich nicht: Sein Hobby war dem Bauherrn 15.000 Euro wert.
Sammel-Leidenschaft. Einen anderen Weg ist Schemmel bei seinem eigenen Weinkeller in einem Neubau gegangen. Der Raum, den er zu seiner persönlichen Schatzkammer gemacht hat, ist nicht mehr als 1,5 Meter breit und 2,5 Meter lang. Die Wände wurden mit alten Ziegeln aus einem Abbruchhaus verkleidet, in den Boden wurde eine Stahlrahmenkonstruktion mit Glasplatte eingelassen - um den Untergrund mit Weinkorken aufzufüllen. Für Kontraste sorgt weißer Kies zu beiden Seiten.
Barriquefässer. Und die Regale sind eine einfache Konstruktion aus Eiche, die an die so geschätzten Barriquefässer erinnern soll. Ein Tischchen fehlt noch, das soll ein halbes Weinfass werden. Kostenpunkt: "Eigentlich fallen da ja nur die Regale an, die Ziegel kann man ja selber zusammentragen", sagt Schemmel. Bleiben also die Möbel um etwa 5000 Euro. Der neue Gewölbekeller mit Patina, den man sich von professionellen Firmen (auch in der Wohnung) fertigen lassen kann, kostet da ein Vielfaches.
DANIELA BACHAL
Features
Foto

Glasverschlüsse stecken in den LeuchtkörpernFoto © Schemmel
Foto

Gute JahrgängeFoto © Schemmel


















