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Zuletzt aktualisiert: 21.09.2009 um 19:47 UhrKommentare

Pier One war nicht mehr zu retten

Trotz Einlenkversuchen seitens Millstätter Kommunalpolitiker bleibt Erwin Soravia beim "Nein".

Erwin Soravia bleibt bei seinem "Nein"

Foto © KLZ / WeichselbraunErwin Soravia bleibt bei seinem "Nein"

Die "Pier One"-Homepage wurde gelöscht. Von Sandra Lubinger, Sprecherin der Soravia-Gruppe, gab es dazu nur eine knappe Antwort: "Wir haben die Website offline genommen, weil das Projekt für Erwin Soravia gestorben ist. Er gibt dazu keinen Kommentar mehr."

Wie berichtet, hat Soravia Anfang September in der Kleinen Zeitung das endgültige Aus von Pier One verkündet. Bürgerproteste und die mangelhafte Zusammenarbeit mit manchen Mandataren waren ihm zu viel. Bürgermeister Josef Pleikner (ÖVP) und sein Vize Florian Maier (BZÖ) versuchten Soravia zum Umdenken zu bewegen. Selbst die von Josef Hofer (Namensliste) begründete Bürgerinitiative (BI) war nicht gegen das AchtMillionen-Euro-Projekt, sondern lehnte nur den geplanten Standort im Gemeindebad ab.

"Vom hohen Ross geholt"

Nun ist Pleikner "maßlos unglücklich". SPÖ-Ortsparteiobmann Michael Printschler findet es schade, dass Pier One gestorben ist, allerdings habe er sich sehr "an der Unprofessionalität seitens der Soravia Gruppe" gestoßen. Hofer sieht sich bestätigt: "Wir holten Soravia von seinem hohen Ross." Maier macht die BI für den Rückzug verantwortlich: "So kann man mit einem Investor nicht umgehen." Für Anton Pertl (FPÖ) hielt sich der "Millstatt-Patriotismus des Herrn Soravia wohl doch in Grenzen". Landeshauptmann-Stellvertreter Uwe Scheuch lud die BI gestern zu einem Gespräch: "Ich wollte den Vertretern klar machen, dass an ihren Ängsten nicht viel dran ist. Vielleicht ist das Projekt in zwei Jahren wieder spruchreif und kann unter anderen Bedingungen gebaut werden."

MARTINA PIRKER

Chronologie

Auftakt. Die Schifffahrts-Erlebniswelt Pier One wird 2007 öffentlich vorgestellt. Gegen den dafür vorgesehenen Standort im Strandbad Pesenthein gab es Bürgerproteste. Der Gemeinderat entschied sich daraufhin für den Ortskern Millstatt.

Evaluierung. Nach Überprüfung von sieben infrage kommenden Standorten, einigte man sich auf das Strandbad Millstatt. Vier Architekten lieferten Entwürfe, die im Frühling dieses Jahres präsentiert wurden.

Fakten

Kritik. Im August formierte sich unter Gemeinderat Josef Hofer eine Bürgerinitiative, die sich gegen den Standort "Strand-bad Millstatt" aussprach.

Ende. Dem Investor Erwin Soravia wurde es zu "mühsam". Er verkündete das Ende des Pier One und der Folgeprojekte im Ausmaß von 28 Millionen Euro.

Kommentar

Helmut StoeflinNeue Töne von Helmut Stoeflin

Residenzen werden errichtet

In einem einstündigen Telefonat mit Erwin Soravia ist es Bürgermeister Gerhard Köfer gelungen, das Projekt "Artists-in-Residence" in der Nähe des Strandbades zu retten. "Soravia hat das Paket aufgeschnürt und uns die Umsetzung zugesagt. In den kommenden drei Wochen erfolgt der Spatenstich für die von Hans Hollein geplanten Künstler-Residenzen", sagt Köfer.

Chronologie

2005. Die Idee einer Schifffahrts-Erlebniswelt wird seitens Erwin Soravias geboren. Für den aus Spittal stammenden Multi-Unternehmer ein Kindheitstraum.

2006. Pier One wird erstmals im Rahmen einer Sitzung des Aktionsprogramms Kärnten wasser.reich präsentiert.

2007. Im Mai wird das Projekt öffentlich vorgestellt. Als Standort war ein Streifen im Strandbad Pesenthein in der Gemeinde Millstatt vorgesehen.

2008 Vereinbarung zwischen Soravia Gruppe und Gemeindevorstand, wonach die Grundfläche im Strandbad auf maximal 900 Quadratmeter beschränkt wird und der Grund in Form eines Baurechts auf 99 Jahre zu einem jährlichen Baurechtszins von einem Euro zur Verfügung gestellt wird.

2009. Ende Februar wurden die vier Architekten-Entwürfe öffentlich präsentiert.

Bürgerinitiative. Im August formierte sich eine Bürgerinitiative, angeführt von Gemeinderat Josef Hofer (Namensliste), um das Museum im Strandbad zu verhindern. 500 Stimmen wahlberechtigter Millstätter wurden gesammelt.

Ende. Erwin Soravia wird es zu "mühsam". Er verkündete am Samstag das Ende des Pier One und der Folgeprojekte im Ausmaß von 28 Millionen Euro. An die 200.000 Euro hat er bisher in die Projektentwicklung gesteckt.

Proteste

Eine Bürgerinitiative sammelte im Juli 2007 rund 1000 Unterschriften, um das Projekt in Pesenthein zu verhindern. Daraufhin wurde im Millstätter Gemeinderat der einstimmige Beschluss gefasst, dass der "Pier One im Zentrum von Millstatt realisiert werden soll. Sollte das nicht möglich sein, steht Pesenthein wieder zur Diskussion."

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