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Zuletzt aktualisiert: 02.12.2008 um 11:22 UhrKommentare

Kroatien muss Grundstücksmarkt für Ausländer öffnen

In Kroatien konnten Ausländern bisher nur mit Tricks Grundstücke kaufen. Mit dem geplanten EU-Beitritt wird das nun anders. Makler rechnen mit einem Boom.

Kroaten befürchten den Ausverkauf ihrer Heimat.

Foto © www.pixelio.de/barbara42Kroaten befürchten den Ausverkauf ihrer Heimat.

Jahrelang hatte sich Kroatien geweigert, aus Furcht vor dem "Ausverkauf der Heimat" Ausländern den Erwerb von Grundstücken zu erlauben. Jetzt ist es aufgrund der Abkommen mit Brüssel so weit. Ausländer dürfen ab 1. Februar 2009 ungehindert Grundstücke kaufen. Der entsprechende Beschluss des Parlaments in diesem Dezember ist reine Formsache.

Wunschziel vieler Ausländer. Kroatien ist außer Albanien das einzige Mittelmeerland, das bisher Ausländern den Grundstückskauf fast ganz verwehrt hatte. Und das, obwohl der Adriastaat mit seinen Hunderten Inseln sowie einer über 1.000 Kilometer langen Küste schon lange Wunschziel vieler Ausländer war. Bisher ging es nur mit Tricks: Über Strohmänner oder die Gründung einer eigenen Scheinfirma.

Rechtliche Unsicherheit. Schätzungsweise rund 30.000 Käufer aus dem Ausland haben es bisher auf diese Weise geschafft. Doch viele von ihnen beklagen sich, dass sie ständig Drohungen und Schikanen ausgeliefert sind. Sie leben oft in der Angst, dass die Behörden ihre einstige Kauf- und spätere Baubewilligung mit Hinweis auf die rechtlich unsichere Lage wieder zurückziehen.

Istrien und Dalmatien. Zwischen 1997 und 2006 haben nur 3.553 Ausländer Bewilligungen zum Grundstückserwerb erhalten, rechnet die kroatische Wirtschaftskammer vor. Die Deutschen stellten mit 2.102 Fällen die Mehrheit, gefolgt von den Österreichern (731) und Ungarn (128). Damals wie heute werden von den Ausländern die nördliche Halbinsel Istrien ("Kroatische Toskana") und Dalmatien bevorzugt.

Boom. Die heimischen Makler rechnen mit einem Boom. Denn trotz der internationalen Finanzkrise gibt es im Gegensatz zu den zubetonierten Küstenstrichen anderswo in Kroatien viele fast unberührte Landschaften. Da Steilküsten vorherrschen, konnten in der Vergangenheit nicht die Bausünden wie in Italien, Frankreich oder Spanien begangen werden. Die Natur ist noch weitestgehend intakt.

Ausverkauf der Heimat. Die heimische Bevölkerung muss sich erst noch an die neuen Besitzer gewöhnen. Bisher herrscht in den Medien offen formulierte Angst. "Die Ausländer kaufen unsere Heimat leer", heißt es vielfach. Wegen der dickeren Brieftaschen würden Ausländer den Einheimischen überall die "Filetstücke" wegschnappen. Schließlich drohe auch die Gefahr, dass die typische Architektur und die Lebensweise der örtlichen Bevölkerung zurückgedrängt und durch überall gleiche und fade internationale Stile ersetzt werden.


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