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    Zuletzt aktualisiert: 05.11.2008 um 11:06 UhrKommentare

    Aus der Not die Tugend machen

    Bauen ist derzeit extrem teuer. Das Gegenrezept: Unkonventionelle, kreativ geplante "Low-Budget"-Häuser.

    Dieses Haus in Dortmund um 119.000 Euro kann bei Bedarf problemlos erweitert werden.

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    Steigende Kreditzinsen, massive Verteuerungen bei vielen Baustoffen sowie Handwerkerleistungen und nicht zuletzt die allgemeine wirtschaftliche Verunsicherung - dieser Mix ist abschreckend für viele, die vom eigenen Haus träumen. Aber "Not" macht bekanntlich erfinderisch, auch Architekten. Selbst, wenn es unglaublich klingt: Es gibt Planer, die auch für vergleichsweise schmale Budgets in der Größenordnung von 200.000 Euro brutto tolle Häuser nicht nur zu Papier bringen. Voraussetzung: Der Bauherr darf sich nicht den mit Schnick-schnack beladenen "Palazzo-Prozzo" mit 200 Quadratmetern Wohnfläche wünschen und muss sich von gängigen Klischees verabschieden.

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    Foto vergrößernGroßzügiger Bau um deutlich weniger als 200.000 EuroFoto ©

    Intelligenter Grundriss. Der deutsche Architektur-Autor Thomas Drexel hat sich in Österreich, Deutschland und der Schweiz auf die Suche nach Häusern gemacht, die mit knappen Mitteln errichtet wurden, aber trotzdem spannende Architektur bieten. Höchster Wohnwert zu überraschenden Preisen - aus Sicht von Drexel geht das zusammen. Wie? Viele Wege können zum "Low-Budget-Haus" führen. Der Schlüssel dafür liegt zum allergrößten Teil in der Planung. Vor allem in einem kleinen, aber intelligenten Grundriss, für den es sich oft allein schon auszahlt, einen guten Architekten zu engagieren. Zeit ist Geld, in der Planungsphase aber im gerade umgekehrten Sinn: "Zuerst muss man sich ganz viel Zeit für die möglichst genaue Bestandsaufnahme der eigenen Wünsche und Bedürfnisse nehmen," nennt Drexel die wichtigste Voraussetzung für eine flächensparende Grundplanung. "Wer hier hudelt, kriegt den Boomerang." Denn später formulierte Zusatzwünsche und Änderungen gehen ins Geld.

    Strengste Kostendisziplin. Preiswertes Bauen verlangt strengste Kostendisziplin bei allen Beteiligten und Abklopfen jedes Details. Die Suche nach preiswerten, unkonventionellen Materialien gehört genauso zum Gelingen des günstigen Eigenheims wie ein straffer Bauablauf. Wie groß ist denn überhaupt die Bereitschaft von Architekten, "low budget" zu bauen? "Das wollen natürlich nicht alle," räumt Drexel ein. Umgekehrt gibt es Architekten, die ihren "Sparmeister" noch suchen. "Viele Bauherren trauen sich über diesen Denkansatz nicht drüber, nach dem Motto, ich baue nur einmal im Leben, da muss es dann so aussehen wie auf dem Magazin-Bild," ortet Dörthe Krause vom Wiener Architekten-Team A. Tomania Berührungsangst vor dem Ungewohnten. "Dabei ist Sparen am Bau so spannend, weil viel mehr Kreativität gefragt ist". Das Architekten-Leben in London war für sie eine Offenbarung in puncto einfallsreicher Knauser-Kultur. "Dort haben Künstler in billigen Vierteln tolle Sachen mit geringstem Geldeinsatz geschaffen." Sie wohnt selbst unkonventionell: "Wir haben einen lackierten Betonboden mit Fußbodenheizung statt Laminat." Der Holzboden kommt, wenn die Kinder größer sind.

    Der Grazer Architekt Armin Ibounigg hat sein jüngstes Einfamilienhaus-Projekt für einen Profi-Sparer, einen Manager, geplant. Ein kühler Rechner, der Bauherr, obwohl sein neues Heim nicht in der Gesamtsumme, aber im Quadratmeterpreis "low budget" ist: Statt der Designer-Übereck-Verglasung wurden es Fenster von der Stange. "Allein das hat 6000 Euro gespart," sagt Ibounigg. Zehn Zentimeter niedrigere Raumhöhen reduzierten die Kubatur. Die Fassade wurde mit Lärchenholz statt mit Fassadenplatten, die um ein Drittel teurer gewesen wären, verkleidet. Ibounigg hat sein eigenes Familienhaus auf rund 125 Quadratmeter Wohnnutzfläche beschränkt. "Im Moment ist es vielleicht ein bissl eng, aber wie schnell werden die Kinder groß," warnt er vor Wohnburgen, die im Alter zur Bürde werden.

    "Muss sein Haus auch lieben". "Es geht bei 'Low Budget' um die sinnvolle Reduzierung der Villa," formuliert es Ernst Michael Jordan, Spezialist für Passivhäuser und Solararchitektur-Experte. "Viele Häuser sind groß, kosten entsprechend und bieten trotzdem wenig." Wer sich überdies an den gängigen Bauprospekten orientiere, habe die ersten 15 bis 20 Prozent seines Geldes bereits verloren, glaubt er. Mittel, die sich woanders besser einsetzen ließen, etwa bei Top-Wärmedämmung und effizienter Haustechnik. Unter den Titel Sparen am falschen Platz fallen für ihn aber auch Provisorien, mit denen man sich nicht wohlfühlt. "Man muss sein Haus ja lieben können," so Jordan.

    Handwerker. Dass zu billig sogar teuer werden kann, diese Warnung sollte einen vor allem bei der Auswahl der Handwerker leiten. Damit eine Firmenpleite nicht das Budget sprengt oder Bauschäden mit großem Aufwand repariert werden müssen.

    CLAUDIA HAASE

    Bücher-Tipps



    Im Detail

    Dutzende schöne Beispiele für günstiges Bauen - darunter viele aus Österreich - hat der Architektur-Autor Thomas Drexel im Vorjahr im deutschsprachigen Raum zusammengetragen. Herausgekommen sind zwei reich bebilderte Bücher.
    "Lowest Budget" zeigt Häuser, die bei der Errichtung unter 125.000 Euro gekostet haben.
    In "Low Budget" sind Häuser unter 200.000 Euro zu finden. Zu jedem Haus gibt es Grundrisse, die Brutto-Kosten und Angaben, wie konkret gespart wurde sowie die Adressen der Architekten. Beide Bildbände sind bei dva München erschienen und kosten je 50 Euro.

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