"Bei uns wissen Sie den Preis"
Schnelles Baues. Vorzüge und Nachteile der Fertighaus-Branche. Wie viel Bauherren die Ökologie wert ist und was sie sich dabei sparen können. Experten klären auf.

Foto © GriffnerHaus AGDas "Pappendeckelhaus-Image" abgeschüttelt - Fertighäuser
Jedes dritte neu errichtete Haus in Österreich ist ein vorgefertigtes. Das schnelle Bauen boomt. Vorurteile und Klischees vom "Pappendeckelhaus", das mit einem massiven Baumeisterhaus nicht mithalten könne, sind Geschichte. "Der Ruf der Branche ist einwandfrei. Anders als in Deutschland haben die Hersteller hierzulande an einem Strang gezogen, um die Qualität ihrer Produkte abzusichern", lautet der Befund von Hanlo-Chef Hanno Loidl beim Themenabend der Kleinen Zeitung.
Individuell. "Dafür garantieren schon die strengen Qualitätskriterien des Fertighausverbandes", gibt Hellfried Gugel von GriffnerHaus seinem Branchenkollegen Recht. Die Vorfertigung unter optimierten Bedingungen mit erprobten Konstruktionen, trage wesentlich zum Erfolg des Produkts bei. Darüber hinaus sei man schon längst in der Lage, jeden individuellen Wunsch des Kunden zu erfüllen. "Das Haus von der Stange im herkömmlichen Sinn ist damit längst schon passe."
Preisgarantie. Einen wesentlichen Nachteil habe das Produkt allerdings schon, räumt Loidl mit einem Augenzwinkern ein: "Bei uns ist von Anfang an klar, was das ganze Haus kostet. Anders als bei all den Bauherren, die auf der Selbstbauwelle schwimmen und sich dabei selbst in die Tasche lügen, indem sie sich vormachen, sie würden durch Pfusch und Eigenleistung eine Menge sparen. Am Ende zahlen sie im Schnitt dann doch um 30 Prozent mehr als geplant. Das kann Ihnen beim Fertighaus nicht passieren, weil wir eine Preisgarantie für das Gesamtpaket abgeben müssen."
Gesamtpaket. Das meistverkaufte Gesamtpaket im Musterhauspark sieht dabei folgendermaßen aus: 120 bis 130 Quadratmeter Wohnfläche um insgesamt 150.000 bis 170.000 Euro. Auf jeden Fall belagsfertig, wenn nicht gar schlüsselfertig. Fallweise ist um diesen Preis auch das Grundstück schon mit dabei.
Wunsch-Programm. Der Kunde weiß meist ziemlich schnell, was er will. "Zwischen Erstkontakt und Vertragsabschluss vergehen in der Regel nicht mehr als zwei Monate," erzählt Peter Kerschbaumer von Ego-Haus. Ein Wert, den Hellfried Gugel für GriffnerHaus nach oben korrigeren muss - wie auch den Durchschnittspreis für ein Haus, der bei Griffner über 200.000 Euro liegt. "Weil bei uns kein Haus wie das andere aussieht und wir viel der klassischen Architektenarbeit übernehmen."
Niedrigenergiehaus. Wo sich die drei Experten hingegen völlig einig sind: Der Trend geht hin zum schlüsselfertigen Haus - und wer streng rechnen will oder muss, bleibt beim Niedrig- oder Niedrigstenergiehaus. "Passivhäuser werden verstärkt nachgefragt, die, die sich dann tatsächlich eines kaufen, sind aber in der Minderzahl", heißt es unisono. Die Rechnung, dass man sich das, was man in die optimierte Gebäudehülle und in die Haustechnik steckt, über die Heizkostenersparnis zurückholt, gehe schlicht und einfach nicht auf. Gugel: "Unter dem Niedrigenergiehaus-Standard gibt es keine Fördergelder mehr, der Sprung zum Passivhaus ist dann aber teuer. Dafür sind mit zehn bis 20 Prozent Mehrkosten zu rechnen. "Dafür gewinnen Sie in erster Linie Wohnkomfort, wie alle Studien belegen. Wer sich das leisten will, leistet es sich, der große Rest bleibt beim Niedrigenergeihaus."

















