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Zuletzt aktualisiert: 27.01.2011 um 11:47 UhrKommentare

Ford C-Max: Papas neuer Liebling im Doppelpack

Walter Röhrl nimmt den neuen Ford C-Max genau unter die Lupe: die vielen Stärken und kleinen Schwächen des kompakten Vans im Überblick.

Foto © Ford

Sitzt, passt und hat Luft: Der erste Eindruck ist immer der wichtigste - und der C-Max kann auch in seiner neuen Auflage gleich vom Start weg punkten. Und wie ich höre, hat man bei Ford noch große Pläne mit dem kompakten Van. Ab 2013 soll er in mehreren Hybrid-Varianten vorfahren.

Aktuell haben wir uns für den massenkompatiblen 2-Liter-Diesel entschieden. Kein Rennauto, klar, aber mit braver Leistungsausbeute und tadellosen Manieren. Vor allem die Geräuschkulisse hat mich sehr beeindruckt. Das ist ja immer dann der Fall, wenn man fast nichts von einem Diesel hört. Erst im oberen Drehzahlbereich ist er etwas rauer am Werk, aber wer g'scheit fährt und auf den Verbrauch schaut, hat hier nichts zu suchen. Auf den vom Werk angegebenen Verbrauch sind wir trotzdem nur schwer gekommen. Klar, es waren schwierige Verhältnisse (Schnee, Matsch) und ein relativ hoher Stadtanteil im Test-Mix - aber auch hier zeigte sich, dass die Werksangaben nur im absoluten Idealfall zu schaffen sind.

Wunderbare Balance

Schon nach wenigen Metern spürt man: Die Ford-Mannschaft versteht sich nach wie vor darauf, Fahrwerke extrem gut abzustimmen. Normalerweise ist es doch so: entweder Sportlichkeit oder Komfort, dazwischen gibt es nur einen sehr schmalen Grat. Aber darauf bewegt sich Ford mit so einer schlafwandlerischen Sicherheit, dass es eine Freude ist. Wo mancher Konkurrent Härte im Fahrwerk zeigen muss, um Abstimmungsschwächen auszugleichen, hält man eine wunderbare Balance. Hier findet man absolut keine Schwächen: Die Lenkung ist präzise, man spürt auch so gut wie keine Antriebseinflüsse - so stell' ich mir ein Fahrwerk vor, das auch auf langen Strecken Freude macht, nicht zuletzt aufgrund des hervorragenden Abrollkomforts.

Das Fahrverhalten ist selbst in Extremsituationen vorbildlich. Da gibt es kein Zittern, auch auf rutschigem Untergrund und bei einer Vollbremsung in der Kurve. Die Fahrassistenzsysteme übernehmen erst dann, wenn es wirklich ernst wird. Auch das spricht für die besondere Qualität. Dass der C-Max noch auf eine echte Handbremse (nicht elektronisch!) vertraut, ringt mir zusätzlich Sympathien und Anerkennung ab.

Auf Augenhöhe

Besondere Schwachstellen? Gibt's keine, Platzausbeute und Variabilität sind absolut okay. Wer mehr Platz benötigt, wird sich eben für den größeren Grand C-Max entscheiden, Papas Liebling kommt ja dankenswerterweise im Doppelpack (und auch mit sieben Sitzen). Dass der C-Max wie viele seiner Konkurrenten eine nicht optimale Übersichtlichkeit bietet, lässt sich mit dem Parkpiepser schnell und einfach beheben.

Unterm Strich muss man einfach anerkennen, dass Ford mit dieser C-Max-Generation einen großen Schritt vorwärts gemacht hat. Dabei hatte sein Vorgänger die Latte extrem hoch gelegt.

WALTER RÖHRL

Fakten

Preise: Den 1,6l-Benziner gibt es als Einstiegsmodell ab 19.050 Euro bzw. 20.800 Euro. Unser Testauto (2.0 Diesel, entweder mit 140 oder 163 PS) gibt es ab 25.550 (für die 140-PS-Version) bzw. ab 29.100 (163 PS) Euro. Der Grand C-Max mit 163 PS startet ab 30.500 Euro.

Motor: 4-Zylinder; 1997 ccm; 163 PS bei 3750 U/min; max. Drehmoment 340 Nm von 2000 bis 3250 U/min; 0 auf 100 km/h 9,8 Sekunden.

Antrieb: 6-Gang-Doppelkupplungsautomatik/Frontantrieb.

Abmessungen: 4520/1828/1626 mm L/B/H; 56 bis 1742 l Kofferraumvolumen.

Sicherheitsausstattung: 8 Airbags; ESP; ABS.

Verbrauch: 7,4/5,0/5,8 l auf 100 Kilometer städtisch, außerstädtisch, gesamt. 154 g CO2/km; Testverbrauch: 6,9 bis 8,2 l auf 100 km.

Extras: Die dritte Sitzbank gibt es gegen 795 Euro Aufpreis.

Cheftester

Walter Röhrl ist zweifacher Rallye-Weltmeister und Cheftester von Auto & Mobil.

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