Renault Grand Modus: Wegen Erfolgs verlängert
Hat der Renault Grand Modus wirklich das Zeug zum Möbelpacker? Die Probe aufs Exempel.

Foto © RenaultDer "X-Large-Modus"
"Hast du heute Nachmittag schon etwas vor?", fragt der Kollege und seine Hintergedanken sind klar: Steht ein Mini-Van vor der Tür gibt es immer jemanden, der dringend ein sperriges Möbel zu transportieren hat, an dem das eigene Gefährt platzmäßig gescheitert ist.
Kleiner Raumgleiter. Und auch wenn der Renault Grand Modus nur ein Raumgleiter im Kleinen ist, wird ihm Großes abverlangt: Er soll es mit einer ganzen Sitzgarnitur aufnehmen. Optimismus ist dabei angebracht, denn "Sind wir schon da?" wird der Fahrer allein deshalb nicht zu hören bekommen, weil die Fondpassagiere so weit hinter ihm Platz nehmen. Unbemerkt können sie dort sogar ein Picknick auf den ausklappbaren Tischen veranstalten.
Blinken auf engstem Raum. Der Klang des Motors lässt sich irgendwo zwischen Nähmaschine und Barthaartrimmer einordnen. Das Kunststück dabei: Ein Geräusch in dieser Tonlage kann einem auch nicht auf die Nerven gehen. Dafür gibt es den Blinkerhebel, der sich im Grand Modus auf das Minimum reduziert zeigt.
Alles digital. Bei so vielen Funktionen auf so wenigen Zentimetern leidet die Bedienfreundlichkeit, aber es gibt ja nette Verkehrsteilnehmer, die einen darauf aufmerksam machen, dass es an einem sonnigen Tag keiner Nebelscheinwerfer bedarf. Unklar bleibt, warum das Digitalinstrument die Bordinformationen codiert anzeigt. Die Messbalken mögen sich zwar anmutig um das Halbrund ranken, trotzdem möchte man das Schauspiel gegen einen ordinären Drehzahlmesser tauschen.
Trotzdem: Nach Ladenschluss umfasst die Besatzung Fahrer und Co-Pilot, zwei sperrige Rattanstühle nebst ebenso vielen Beistelltischen, drei ausgewachsene Zimmerpflanzen und eine ganze Batterie an Beleuchtungskörpern. Und einen Schokolade-Osterhasen.
Features
Fotoserie
Fakten
Motoren: 1.2 16V mit 75 bzw. 78 PS, 1.2 16V TCE mit 101 PS, 1.6 16V mit 112 PS ( zwischen 134 und 179 g CO2/km); 1.5 dci mit 68, 86 und 103 PS (119 bis 127 g CO2/km).
Maße: L/B/H 4034/ 1695/ 1586 mm, Ladevolumen 305 bis 1454 Liter.
Preise: Ab 14.890 Euro bzw. 16.390 Euro.
Was Frauen freut
Mehr Licht. Im Inneren ist es wegen der großen Glasflächen hell und freundlich.
Fachlich gut. Sogar der Dachhimmel wird durch Ablagefächer zu Stauraum erklärt.
Angestachelt. Der 86 PS-ige 1.5 dci marschiert - nach kurzer Anfahrschwäche - wie von der Tarantel gestochen.
Was Frauen fuchst
Kollisionsgefahr. Unter der riesigen Heckklappe ist für Menschen ab 1,80 Metern Kopfeinziehen angesagt.
Fingerübung. Nur ein paar Millimeter am Blinkerhebel daneben gegriffen und schon geht ungewolltes Licht an oder, noch schlimmer, gewolltes aus.














