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Zuletzt aktualisiert: 21.05.2010 um 04:36 UhrKommentare

Der Kult der coolen Wespen

Ab Freitag tuckern beim großen Vespa-Treff Hunderte Kultobjekte durch Graz: Gefeiert werden Vespaprimavera 2010 und 10 Jahre Vespaclub.

Kult auf zwei Rädern - die Vespa

Foto © APKult auf zwei Rädern - die Vespa

Sie rollt und rollt seit 64 Jahren und gilt noch immer als Symbol des Dolce Vita - die Vespa, legendärer Kult auf zwei Rädern.

Ganz schön jung und fit, die alte Dame mit Wespentaille aus dem Hause Piaggio in Pontedera bei Pisa, muss man sagen. Und voll im urbanen Trend. Denn wie kein anderes Fahrzeug steht der Roller mit dem südlichen Touch für urbane Mobilität - und ein jugendliches Lebensgefühl.

Dabei war die Idee zu diesem neuen Roller aus der Not der Nachkriegszeit geboren. Denn kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs musste Enrico Piaggio die auf Flugzeugbau spezialisierte und nun zerbombte Fabrik seines Vaters neu positionieren. Was lag in dieser Zeit näher, als ein praktisches, motorisiertes Zweirad zu entwickeln, das einfach zu bauen, leicht zu fahren und günstig zu produzieren war? Und - nicht zu vergessen - einen echten Blickfang auf den ramponierten Straßen von Bella Italia darstellte. Natürlich sollte der neue Roller auch mit den Maschinen des alten Flugzeugwerks zu bauen sein.

Die Wespe wird gebaut

Also machte sich der Luftfahrtkonstrukteur Corradino D'Ascanio 1945 im Auftrag seines Chefs ans Werk. Weil er aber noch nie ein Motorrad konstruiert hatte, ging er völlig unvoreingenommen ans Werk und in wenigen Wochen entstand die Vespa mit ihrer berühmten Wespentaille. Das erste Modell wurde "Paperino" (Entchen) genannt, hatte 98 cm3 Hubraum, fuhr maximal 60 km/h und trug seinen Motor am Hinterrad.

Als Piaggo es erblickte, soll er gerufen haben: "Sembra una vespa!" "Das sieht ja aus wie eine Wespe!" Das war die Geburtsstunde eines Mythos, der Rest ist Geschichte - und Kult.

"Bei der Vespa geht es nicht nur ums Fahren, sondern um das ganze Rundherum von Mode, Musik, Atmosphäre, Lifestyle - und das Schrauben", klärt Gernot Sohar, Grazer Architekt und Gründer des örtlichen Vespaclubs, der heuer sein zehnjähriges Jubiläum feiert, auf. "Man trifft sich zu dritt, zu viert zum Schrauben und um seine Vespa zu optimieren", ergänzt Clubkollege Gerald Fürlinger. "Bei einer Vespa kann man noch alles selbst reparieren, alles geht manuell - das schweißt zusammen", betonen auch Thomas Kutschera und Marcus Wimmer.

"Nach der Arbeit gehe ich gern in die Garage und tüftle - allein oder in Gruppe - am Zweitaktmotor herum. Das entspannt, das macht richtig Spaß."


Vespa Primavera Graz 21.5 bis 23.5.

Freitag: Ab 15 Uhr Hotel Daniel, die Terrasse wird zur Chill-Lounge. Vespa-Campingplatz: Seifenfabrik.

Samstag: 10-13 Uhr Steirischer Brunch am Messevorplatz, ab 13 Uhr großer Corso durch die Stadt (16,3 km) mit Weltrekordversuch, dann am Freiheitsplatz Rollerweihe, Abendessen ab 19 Uhr im Kunsthaus (Italo-Night) oder im Paradeishof (Mod-Allnighter).

Sonntag: 10-12 Frühstück bei der Grazer Oper, Vergleichsfahrt auf der Magna Teststrecke, Reifentest.

Erzberg-Rodeo 2009

 

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