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Zuletzt aktualisiert: 04.07.2008 um 07:53 Uhr

BMW F800 GS & F800 ST: Ausfahrt zwischen Zittern und Erbeben

Die Zeit war reif für den ersten Motorradtest von www.kleinezeitung.at/motor - aber warum musste es ausgerechnet an einem kaltnassen Märztag so weit sein?

Zum Auftakt: BMW-Doppeltest

Foto © A. JanzekZum Auftakt: BMW-Doppeltest

Wie vernünftig ist es eigentlich, sich zu Beginn der Saison zwei neue Motorräder zu schnappen und damit durch den Regen rutschen zu gehen? Richtig: Wen interessierts! Anfangs wurde gestritten, wer sich das neueste Modell unter den Hintern schnallen darf: Die BMW F800 GS - eine Reise-Enduro mit echter Geländetauglichkeit und laut Prospekt "unstoppable". Der andere musste sich mit der 800-er Variante zufrieden geben, die durch ein ST gekennzeichnet ist. Die existiert schon länger und ihr Motor werkt auch in der neuen F800 GS (wenn auch in einem anderen Winkel, wie Kenner hier ergänzen würden).

Erste Etappe Autobahn. Noch regnet es nicht, dafür geht Wind: Der von der Seite kommt von "Wind und Wetter", der von vorne vom Gas geben – und von einer Schwäche: Die aufrechte Sitzposition auf der GS ist angenehm und hält den Fahrer handlungsbereit, aber auch im Wind. Die Autobahn ist nicht das Revier der GS, hier hat BMW allen Tourenfahrern genügend Gründe geliefert, doch zur ganz großen GS (BMW R 1200 GS) zu greifen. Der erste Fahrerwechsel: Von der GS auf den Tourer ST ist für einen großen Fahrer ein Faltvorgang, allerdings kein unangenehmer. Die ST klebt am Asphalt, Unruhe kommt auch hier nur vom nicht ganz perfekten Windschutz - scheinbar fahren selbst in Europa hauptsächlich kleine Menschen Motorrad. Auf der Autobahn lässt die windschlüpfrige ST die gleich motorisierte Enduro stehen, womit der erste "Duell" zwischen den Fahrern ausgestragen ist.

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Ab in die Hügel. Der Regen kommt, die Autobahn geht - ab in die Hügel. Hier sollte die GS mit ihrer Wendigkeit protzen dürfen. Aber das machen beide Motorräder: Zwar sind Reise-Enduro und Tourer nicht zu verwechseln, dennoch haben sie mehr gemeinsam als nur den Motor. Es sind - BMW möge es uns verzeihen - überqualifizierte Einsteigermotorräder. Unglaublich handlich, bequemst zu schalten, der kräftige Motor schiebt konsequent und frei von bösen Überraschungen. Wer will, fährt schaltfaul – und bei rutschiger Fahrbahn will man das hin und wieder. Was wir nicht unbedingt wollten, aber sehr positiv erfahren haben: ABS ist eine wunderbare Sache.

Zurück auf Asphalt. Wir gewinnen die ST mit jedem Kilometer Asphaltstrecke lieber - und für das Gelände mag die GS zwar qualifiziert sein, aber wir sind es nicht. Dennoch lädt ein Feldweg ein wenig zum Spielen ein. Wer sich auf solche Einladungen einlassen will, wird mit der F800 GS glücklich werden. Was auf dem Asphalt eben noch ein ernstzunehmendes Motorrad war, wird zum Spielzeug für Waldläufer. Mangels Fahrkönnen sagen wir hier nichts über die Qualitäten in schwerem Gelände, aber wir haben keinen Grund gefunden, an der markigen Herstellerangabe "unstoppable" zu zweifeln.

Griff zur Griffheizung. Wir zählen uns dann doch zu den Weicheiern – und schalten die Griffheizungen ein. Die übersichtlichen Cockpits halten auf Knopfdruck jede Menge Infos bereit, von der restlichen Reichweite bis zur Außentemperatur, die uns trotz warmer Hände zittern lässt. Klar wären wir lieber bei strahlendem Sonnenschein unterwegs gewesen, aber der Neid der Kollegen ist ja so schon kaum zu ertragen.

JÖRG WIPPLINGER

F 800 GS

798 ccm, 63 kW/85 PS, Sechsgang-Getriebe, Kettenantrieb, 880/850 mm Sitzhöhe, 21 Zoll Vorderrad, Gewicht fahrfertig: 207 kg, Kraftstoffverbrauch bei 90 km/h: 3,8 Liter Superbenzin

Preis: ab 11.300 Euro.

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F 800 ST

798 ccm, 63 kW/85 PS, Sechsgang Getriebe, Zahnriemenantrieb, 820/790 Sitzhöhe, Räder: 17 Zoll, Gewicht fahrfertig: 204 kg, Kraftstoffverbrauch bei 90 km/h: 3,4 Liter Superbenzin

Preis: ab 10.900 Euro.

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