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Zuletzt aktualisiert: 29.02.2008 um 14:52 Uhr

Verkehrsexperten prophezeien: "Straßengebühren werden kommen"

Schenkt man Experten auf einem internationalen Kongress Glauben, wird es ab 2030 wohl auf den meisten Straßen Benutzungsgebühren geben - und Hochgeschwindigkeitszüge werden deutlich an Bedeutung gewinnen.

Wohin führt der Weg für den Individualverkehr?<br>

Foto © aboutpixel.de/Julian SchubertWohin führt der Weg für den Individualverkehr?

Autofahrer werden für ihre Mobilität in den kommenden Jahren immer tiefer in die Tasche greifen müssen. Grund seien neben steigenden Energiekosten flächendeckende Straßennutzungsgebühren, sagte Manfred Boltze von der Technischen Universität (TU) Darmstadt zu Beginn des internationalen Kongresses "Verkehr im Jahr 2030" am Freitag.

130 Experten. Zuvor hatten 130 Experten aus 17 Ländern zwei Tage lang über Konzepte für Verkehrssysteme der Zukunft diskutiert. Boltze fasste ein wesentliches Ergebnis zusammen: "Alle Experten sind einhellig der Meinung, dass es 2030 auf den meisten Straßen Benutzungsgebühren für alle Fahrzeuge geben wird".

Teurer zu Stoßzeiten. Mit den in Stoßzeiten höheren Gebühren solle einerseits der Verkehrsfluss einer immer mobiler werdenden Gesellschaft gelenkt werden, sagte Boltze. Andererseits seien die Maut-Entgelte aber auch Folge eines allmählichen Rückzugs des Staates aus der Finanzierung von Straßenbau und -unterhaltung, betonte Horst Geschka von der TU Darmstadt. Diese Aufgabe würden künftig vermehrt Private übernehmen, die sich ihre Investitionen über Mautsysteme vom Nutzer zurückzahlen ließen.

Chance für die Bahn? "Autos werden 2030 sparsamer und sauberer sein als heute", sagte Boltze. Zudem könnten Staus durch immer modernere Navigations-
systeme umfahren werden. Trotzdem werde die individuelle Mobilität teurer. Das führe zu einem deutlichen Anstieg der Fahrgastzahlen in Bussen und Bahnen: "Das gilt besonders für Hochgeschwindigkeits-
züge, die auch Kurzstreckenflüge ersetzen werden".


Frage der Zeit?

In Österreich wird seit langem über Pkw- und City-Mauten diskutiert. Die Regierung hat solche stets abgelehnt - bislang.

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