VW jubelt über enormen Gewinnsprung, Krise scheint vorbei
Europas größter Autobauer steht besser denn je. Dabei ist es nicht lange her, dass der Konzern angesichts hoher Kosten und schrumpfender Gewinne Tausende Arbeitsplätze strich und der Vorstand sogar den Verkauf einzelner Werke in Deutschland diskutierte.

Foto © VolkswagenNeu im VW-Regal: Der Passat CC
Inzwischen brummt die Produktion wieder dank neuer Modelle. Die Belegschaft im Wolfsburger Stammwerk fährt Zusatzschichten und kann die Nachfrage wie beim VW-Geländewagen Tiguan kaum bewältigen. In Indien und Russland zieht VW neue Werke hoch, um die wachsenden Märkte in den Schwellenländern zu beliefern. Eine weitere Fabrik soll
in Nordamerika entstehen. Und selbst auf dem noch immer
dahindümpelnden Heimatmarkt Deutschland verkauft der Konzern
ordentlich.
Gut weggesteckt. Hohe Belastungen durch den starken Euro-Wechselkurs und die US-Konjunkturschwäche steckt Volkswagen vergleichsweise gut weg. Der seit mehr als einem Jahr amtierende Vorstandschef Martin Winterkorn kann dem Aufsichtsrat daher am Freitag eine glänzende Bilanz für 2007 präsentieren. Auch eine deutlich höhere Dividende für die Aktionäre sollte drin sein, sagen Analysten.
Ziel weit übertroffen. Dem Vernehmen nach hat VW sein Gewinnziel von mindestens 5,1 Milliarden Euro vor Steuern weit übertroffen. "Es sieht sehr gut aus", heißt es in Wolfsburg. Winterkorns Vorgänger, der von Aufsichtsratschef Ferdinand Piech vor eineinhalb Jahren aus dem Amt gedrängte Bernd Pischetsrieder, hatte das Erreichen dieser Marke erst für 2008 geplant.
Korruption und Prostituierte. Ungeachtet der Affäre um Korruption und Lustreisen mit Prostituierten, die nach jüngstem Urteil Ex-Betriebsratschef Klaus Volker ins Gefängnis bringen könnte, zieht die Zahl der Fahrzeug-Auslieferungen kräftig an. Ein Imageverlust lässt sich an den Verkaufszahlen nicht ablesen.
Features
"VW-Affäre"
Gut im Rennen
Alleine im Jänner verkaufte der Konzern mit seinen Marken VW, Audi, Skoda, Seat, Bentley, Bugatti, Lamborghini sowie der Nutzfahrzeugsparte elf Prozent mehr. 2007 waren 6,2 Millionen Fahrzeuge an die Kundschaft weltweit ausgeliefert worden, ein Plus von acht Prozent.













