Volkswagen-Affäre: Ex-Betriebsratschef Volkert muss ins Gefängnis
VW-Affäre um Lustreisen auf Firmenkosten und Schmiergeldzahlungen war im Sommer 2005 ins Rollen gekommen. Die Richter blieben mit dem Strafmaß unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft.

Foto © ReutersEx-VW-Betriebsratschef Klaus Volkert
Der frühere Volkswagen-Betriebsratschef
Klaus Volkert ist als erster Angeklagter in der VW-Affäre zu einer
Haftstrafte ohne Bewährung verurteilt worden. Das Landgericht
Braunschweig verhängte am Freitag wegen Beihilfe und Anstiftung zur
Untreue zwei Jahre und neun Monate Haft gegen Volkert. Der mit ihm
angeklagte Ex-Manager Klaus-Joachim Gebauer erhielt wegen Untreue in
40 Fällen ein Jahr auf Bewährung. Das Gericht blieb damit unter den
Anträgen der Staatsanwaltschaft.
Anstiftung zur Untreue. Diese hatte für Volkert wegen Anstiftung zur Untreue in 48 Fällen
eine Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten gefordert. Für
Gebauer verlangte sie wegen Untreue und Anstiftung zum Betrug eine
Bewährungsstrafe von 20 Monaten. Die Verteidiger hatten auf
Freisprüche für beide Angeklagten plädiert.
Zweifelhafte Praktiken. Das Gericht wertete das Kassieren von knapp 2 Millionen Euro
Sonderboni durch Volkert als Beihilfe zur Untreue. "Er wusste auch,
dass er keinen Anspruch auf die Zahlungen hatte", sagte die
Vorsitzende Richterin Gerstin Dreyer. Als Anstiftung zur Untreue
stufte das Gericht VW-Zahlungen von 400.000 Euro an die Ex-Geliebte
Volkerts ein. Die Einstellung der Frau über sogenannte Scheinverträge
habe Volkert immer wieder bei VW angemahnt. "Volkert ließ nicht
locker und kam immer wieder darauf zurück", sagte die Vorsitzende
Richterin Dreyer.
Gehaltszahlungen. Volkert und Gebauer hatten vor Gericht die Vergnügungen auf
Firmenkosten und Zuwendungen von VW an Betriebsräte eingeräumt.
Umstritten blieb jedoch die juristische Wertung dieser Vorgänge. In
Sonderbonuszahlungen von VW an Volkert sah die Staatsanwaltschaft
besonders schwere Untreue, zu der der Betriebsratschef den früheren
VW-Personalvorstand Peter Hartz angestiftet habe. Die Verteidigung
sprach dagegen von Gehaltszahlungen, die dem Wert Volkerts für das
Unternehmen entsprochen hätten. Gebauer, der Lustreisen auf VW-Kosten
organisierte, befolgte nach Ansicht seines Verteidigers nur
Anweisungen von Hartz.
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VW-Affäre
Volkert und Gebauer gelten als Schlüsselfiguren in der VW-Affäre um Lustreisen auf Firmenkosten und Schmiergeldzahlungen, die im Sommer 2005 ins Rollen gekommen war.













