Detroit Motor Show 2008: Suche nach "grünem Image" in Detroit
Die wichtigen Autohersteller sind mit einer Mischung aus Hoffen und Bangen vor Ort. Trend geht eindeutig zu kleineren und "grüneren" Modellen, "Elektroauto-Boom" wird aber auch skeptisch beurteilt.

Foto © APProtzig, aber "grün": Chevrolet E85 Hot Rod
Die Spritpreise auf Höhenflug, der Klimaschutz in aller Munde: Die Automobilindustrie ist weiterhin intensiv auf der Suche nach einem "grünen Image" und Alternativen zu den herkömmlichen Antriebstechniken. Dabei rückt auch das Elektroauto wieder in den
Fokus, vor Jahren bereits als Flop abgeschrieben. Auf der Auto-Show
ist seit Sonntag in Detroit "Elektro" ein heißes Thema. Allerdings
sehen Experten noch viele Probleme rund um Elektroautos, bis zur
Serienfertigung dürften noch Jahre vergehen. Und trotz des
propagierten Wandels sind auch in diesem Jahr wieder einige neue
"Spritfresser" in Detroit zu sehen - wenn auch die
Messe-Verantwortlichen zum Start gern von einer "grünen Autoshow"
sprachen.
Schwere Versäumnisse. 2007 waren in den USA, dem weltweiten größten Automarkt, nach Schätzungen der Marktforschungsfirma J.D. Power nur sechs Prozent der verkauften Fahrzeuge mit alternativen Antrieben wie Hybrid ausgestattet. Der Chef des US-Autoriesen General Motors (GM), Rick Wagoner, war sich aber bereits vor einem Jahr sicher: "Das Auto von morgen fährt mit Strom".
Gut besucht
Jährlich kommen an die 6.000 Journalisten aus aller Welt und eine Million Besucher zum jährlichen Saisonauftakt der Autobranche.
Vorsprung aufholen. Vor allem die schwächelnden US-Autobauer wollen mit neuen Konzepten den Hybrid-Vorsprung der Japaner aufholen. GM präsentierte bereits vor einem Jahr in Detroit den Prototypen eines Elektroautos mit dem Namen Chevrolet Volt. In diesem Jahr zeigt GM den Cadillac Provoq, ein Elektro-Konzeptfahrzeug. Das Fahrzeug fährt mit einer Kombination aus Lithium-Ionen-Batterie und
Wasserstoff-Brennstoffzelle.
Concept Cars. Chrysler zeigt gleich drei Concept Cars der Marken Jeep, Chrysler und Dodge. Dabei soll sich der Dodge ZEO allein mit Hilfe einer Lithium-Ionen-Batterie bewegen. Der amerikanische
Kleinserienhersteller Fisker zeigt in der Cobo Hall einen eleganten
Sportwagen mit einem Preis knapp unter 100.000 Dollar (67.604 Euro),
dessen Batterie in der Steckdose aufgeladen werden kann
(Plug-in-Konzept).
Europäer stark. Die Europäer sind aus Sicht von Branchenexperten den US-Autobauern aber mindestens ebenbürtig. VW stellte bereits die Elektro-Studie space up vor, Opel das Konzept Flextreme. smart wird in London 100 Elektro-Zweisitzer testen und dürfte das Auto zu Versuchszwecken sicher auch in die USA bringen, wo smart jetzt auf den Markt kommt. Als kürzlich die ersten smart auf den Straßen von San Francisco getestet wurden, lautete jede zweite Frage von Passanten: "Ist das ein Elektroauto?".
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Billig "zieht"
Gut positioniert sind vor allem Massenhersteller, die billige Fahrzeuge im Angebot haben: Das Segment der Autos zu einem Preis von weniger als 7.000 Dollar (4.760 Euro) könnte bis zum Jahr 2015 auf knapp zehn Millionen Fahrzeuge wachsen und das Fahrzeug-Segment mit der größten Wachstumsrate werden.













