Zweite Generation des urbanen Elektrorollers Segway ist da
Wer jemals dazu verurteilt war, mit dem Handrasenmäher den elterlichen Garten zu barbieren, wird dem Segway erst einmal reserviert begegnen: Das Ding, erfunden, um den städtischen Verkehr zu revolutionieren, ähnelt dem verhassten Arbeitsgerät einfach zu sehr.

Foto © SegwayGelingt dem Kultobjekt endlich der Durchbruch?
Zwei Räder, eine Lenkstange und eine Plattform zum Draufstehen, fertig. Knapp überm Boden sind zwei Elektromotoren inklusive Batteriepacks angebracht, nebst einer komplexen Elektronik, die das Gerät erstens aufrecht hält und zweitens die Vor- und Rückwärtsbewegung per Gewichtsverlagerung steuert.
Wackelige erste Minuten. Das klingt kompliziert und ist es auch, zum Beispiel für den, der das erste Mal aufsteigt: Einen Ziegenbock zureiten ist nichts dagegen, weil man, was im Leben auch sonst ab und zu vorkommen soll, mit dem eigenen Gewicht nicht zurechtkommt - der Rock 'n' Roll dauert ein paar wackelige Minuten, ehe man die Balance findet: sich vorneigen heißt vorwärtsfahren. Lehnt man sich zurück, bremst der Segway oder fährt retour, richtet man sich kerzengerade auf, steht er still.
Pirouetten-Meister. Blitzartig bildet sich eine Neigungsgruppe, der Segway avanciert zum Redaktionsliebling, jeder will ihn einmal ausprobieren, sogar honorige Kulturchefs und Leserbriefredakteure sind begeistert von dem ungewöhnlichen Spielzeug; den ganzen Nachmittag sieht man sie den Gang auf und ab flitzen und auf dem Stand Pirouetten drehen.
Schleppender Absatz. Den Segway, 2001 erstmal der Öffentlichkeit präsentiert, gibt es seit dem Vorjahr in der zweiten Generation, damit ist sein Handling einfacher geworden. Früher brauchte man für Links-rechts-Drehungen einen Drehschalter, jetzt genügt dafür die bewegliche Lenkstange. Verkaufsschlager ist das Gerät, dem Apple-Gründer Steve Jobs vor sieben Jahren prophezeite, es werde den Stadtverkehr vollkommen verändern, bisher trotzdem keiner. 40.000 Stück monatlich könnte das Unternehmen produzieren, weltweit sind seit 2001 aber erst rund 24.000 Segways verkauft worden. In Städten wie Wien, Florenz oder San Francisco gibt es geführte Sightseeing-Touren auf dem ungewöhnlichen Roller, in großen Industrieunternehmen und auf Flughäfen wie Tel Aviv oder Amsterdam ist der Segway ebenfalls im Einsatz.
Stattlicher Preis. Dass er privat bisher kaum eingeschlagen hat, liegt einerseits wohl am stattlichen Preis (rund 7.000 Euro), andererseits an der rechtlichen Situation: In vielen Ländern gibt es keine öffentliche Zulassung für das Gerät, in Österreich ist es momentan dem Fahrrad gleichgestellt, soll demnächst aber als Kraftfahrzeug eingestuft werden und wird dann eine EU-Betriebserlaubnis brauchen. Die gibt's für den Segway vorerst aber noch nicht. Schade; immerhin ist das Ding platzsparend, sicher und umweltfreundlich: Aufgeladen mit 1 kWh reichen die Akkus bis zu 40 Kilometer weit, mit der Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h kommt man in der Stadt ganz schön flott voran. Vorausgesetzt, man umfährt großräumig alle Gehsteigkanten.
Features
Fotoserie
Zweite Generation
Modelle. i2 (ab 6948 Euro) für die Stadt, x2 (ab 7548 Euro) für das Gelände, es gibt für jedes Modell verschiedene Ausführungen (vom Einkaufskorb bis zum Golf-Equipement).
Details. Der i2 ist bis zu 20 km/h schnell; sein Gewicht beträgt 47,7 kg, die Reichweite liegt bei 38 km. Plattformhöhe: 21 cm.
Anbieter. In Steiermark und Kärnten hat der "Plankenauer" Segways im Programm, beim Klagenfurter Strandbad gibt es eine Segway-Ausleih-Station.













