Italien straft 131 statt 130 km/h
Weil er um nur einen Stundenkilometer zu schnell unterwegs war, bekam ein Grazer Post aus Italien. Er will die Strafe aber nicht zahlen.

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Wirklich kein Pardon kennt Italien bei ausländischen Verkehrssündern. Wie berichtet, werden Geschwindigkeitsübertretungen jetzt rigoros und über die Grenzen hinaus verfolgt - und wenn es auch nur ein einziger Stundenkilometer zu viel ist. Das musste ein Grazer kürzlich leidvoll feststellen.
Ein halbes Jahr später.
Jürgen D. hatte Anfang September des Vorjahres eine Tagung in der Schweiz besucht, auf dem Rückweg durch Norditalien wurde er auf der Autostrada bei Bergamo von einem Radarkasten geblitzt. Das erfuhr der Unternehmer aber erst ein halbes Jahr später: Am 10. April erhielt er über die Grazer Polizei ein Schreiben der Verkehrspolizei Bergamo. "Mit Rücksicht auf die Fehlerspanne des Meßinstruments (7 km/h, Anm.) wurde festgestellt, dass der Lenker mit einer Geschwindigkeit von 131 km/ fuhrte", hieß es da in holprigem Deutsch. Zulässiges Höchsttempo auf diesem Autobahnabschnitt: 130.
Einspruch.
35 Euro plus 21 Euro Zustellungskosten sollte der Grazer berappen, was er aber nicht tat. "Ich habe das einfach wieder zurückgeschickt." Die Folge: Ende Mai kam dasselbe Schreiben noch einmal - gleicher Wortlaut, gleicher Betrag. "Ich lasse mir das sicher nicht gefallen", tönt er trotzdem. Denn laut einem EU-Beschluss können Strafen erst ab 70 Euro über die Grenzen hinaus exekutiert werden. Jürgen D. hat deshalb Einspruch gegen den Strafbescheid eingelegt, auch um der Einleitung eines Verfahrens zu entgehen. Denn in diesem Fall kann die Strafhöhe bis auf das Doppelte hinaufschnellen und der Grazer beim nächsten Italien-Besuch kräftig zur Kasse gebeten werden. Nach dem schriftlichen Einspruch hat er von den italienischen Behörden nichts mehr gehört.
Vorsicht.
"Die Leute sollten in Italien echt aufpassen", sieht der Unternehmer den Vorfall als Warnung. Bei einer "richtigen" Geschwindigkeitsübertretung würde er auch ohne Murren bezahlen, aber bei einem Stundenkilometer? "Irgendwo hat alles seine Grenzen!"













