Tod auf zwei Rädern - schon 13 Biker starben
Die Zahl der getöteten Motorradfahrer bleibt seit Jahren konstant hoch, heuer sind die tödlichen Unfälle sogar wieder im Steigen. Allein in der Steiermark sind bis Anfang August bereits 13 Biker ums Leben gekommen - österreichweit 65.

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Weil der Winter zuletzt so gut wie ausgefallen ist, der Frühling zu früh und der Sommerbeginn mit Prachtwetter daherkam, hatten es die Verkehrsexperten schon befürchtet: Die Zahl der Unfälle mit Motorrädern ist wieder rasant im Steigen. 13 Biker ließen heuer bereits auf den steirischen Straßen ihr Leben. Doch den hohen Blutzoll unter den Einspurigen nur dem günstigen Wetter in die Schuhe zu schieben, greift auch für die Fachleute zu kurz.
"Günstiges" Wetter. Unter den 65 Verkehrstoten der Steiermark, die bis Ende der Vorwoche gezählt wurden, finden sich 13 Motorradfahrer und ein Mopedlenker. Zum gleichen Zeitpunkt 2006 waren es "nur" acht tote Biker gewesen, ein Jahr davor 16. "In anderen Bundesländern ist der Anstieg zwar noch dramatischer, aber die Steiermark liegt leider auch im derzeitigen Trend", weiß Otmar Bruckner, Chef des Referates für Verkehrsdienst im Innenministerium. Und er nennt die Gründe dafür: "Heuer hatten wir bereits im Februar den ersten toten Motorradfahrer zu beklagen, im Jahr davor lag zu dieser Zeit noch überall Schnee." Auch die klassischen Ausflugstermine der Einspurigen wie Pfingsten und Ostern seien heuer vom Wetter begünstigt gewesen.
Immer mehr PS. Allerdings: "Das Wetter kann nicht schuld sein an einem Unfall", stellt Bruckner klar. Und verweist auf die steigenden Anteil der motorisierten Zweiräder im Verkehrsgeschehen. Während die Neuzulassungen bei Pkw gerade um zwei bis drei Prozent steigen, befinden sich die Einspurigen auch bei den Händlern auf der Überholspur - im ersten Halbjahr 2007 gab es eine Steigerung um 12,6 Prozent. Außerdem zeigt sich ein immer stärkerer Trend zu Maschinen mit großem Hubraum und damit mehr Kraft.
Risikopiloten. Auf einen anderen Risikofaktor weist der ÖAMTC hin. Es sind immer mehr die älteren Fahrer, die tödlich verunglücken. Wobei älter nicht gleichzusetzen ist mit erfahrener. Denn viele Menschen ab 40 Jahren sind spätberufene Biker oder entdeckten das Motorrad nach Jahren der Abstinenz als Freizeitvergnügen wieder. "Einen ausgeprägten Verkehrssinn bekommt man erst nach mindestens fünf Jahren, und dazu sind mehr als nur Wochenend-Spritztouren nötig", warnt Klaus Jurkowitsch, Motorradinstruktor des Autofahrerklubs. Naheliegend, dass er den "alten Wilden" ein Motorradtraining in einem der vielen Fahrsicherheitszentren empfiehlt.
Features
Plus für den Handel
Der heimische Motorrad-
markt boomt weiter. Im ersten Halbjahr 2007 wurden 14.512 Motorräder und Leichtmotorräder abgesetzt. Zusammen mit den Mopeds (17.642 Verkäufe) ergibt das einen Zuwachs von 12,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Marktführer in Österreich ist demnach Honda (18 Prozent), gefolgt von KTM und Suzuki (jeweils knapp 13 Prozent). Die Hersteller Triumph und Harley Davidson konnten ihre Absätze um mehr als 30 Prozent steigern.
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