"Planung findet nicht mehr statt"
Kärntens Verkehrsreferent Gerhard Dörfler über Baustellenchaos, Straßensperren, Informationsstaus und die Rolle der Asfinag.

Foto © APAGerhard Dörfler
Zwei Wochen Sperre auf der Klagenfurter Nordumfahrung, Baustellen auf A 2 und A10, viertägige Totalsperre der Pack ab Montag. Was blüht Kärnten noch?
Gerhard Dörfler: Es ist eine Zumutung für Einheimische und Touristen. Bislang wurden alle Sperren und Baustellen zwischen Bund, Land und Asfinag im Vorfeld koordiniert. Das passiert seit Monaten nicht mehr. Der einzige Lichtblick: Die Pack ist nach der Sperre ab Ende Juni auf steirischer Seite baustellenfrei.
Warum unternehmen Sie nichts gegen dieses Chaos?
Dörfler: Es gibt eine einstimmige Resolution der Landesregierung, also auch von SP und VP, die diese Zustände anprangert. Minister Werner Faymann hat der Asfinag aber offenbar eine Art Maulkorb umgehängt. Gemeinsame Koordination, Planung und Abwicklung von Baustellen und Straßenbauten finden nicht mehr statt, Maßnahmen werden zentralistisch über Aussendungen kommuniziert und verfügt.
Ein Zusammenhang mit der Absetzung des Asfinag-Vorstands und Umstrukturierungsmassnahmen liegt auf der Hand.
Dörfler: Wie kommen Kärnten und die Autofahrer dazu, dafür die Konsequenzen zu tragen. Da formiert sich ein neues Machtkartell, wenn der ehemalige Poor-Chef Horst Pöchhacker in den Aufsichtsrat der Asfinag wechselt und gleichzeitig im ÖBB-Aufsichtsrat sitzt. Das heißt: Der einstige Lenker einer der größten österreichischen Baukonzerne ist jetzt in den Aufsichtsräten der größten Bau-Auftraggeber der Republik.
Was gedenken Sie nun zu tun?
Dörfler: Ich kann nur immer wieder an Faymann und die Asfinag appellieren, die alte Qualität der Zusammenarbeit wieder aufzunehmen. (Verkehrs-)Politik funktioniert nur im demokratischen Miteinander und nicht durch zentralistisches Verordnen.













