Wer hat Angst vor dem Logan MCV Kombi? Die ganze Konkurrenz!
Renault-Tochter Dacia hat mit dem Kombi MCV die Autowelt revolutioniert. Doppelt so viel Auto um halb so viel Geld - das fährt sich auch noch gut.

Foto © Dacia
Man muss sich zuallererst einmal lösen - von all diesen eingelernten Reflexen, die der Motorjournalismus in unseren Egos im Laufe der Jahre implantiert hat. Die Eleganz und die Liebe zum Auto etwa, die uns nur ein Alfa 159 Kombi lehren kann. Die kühne Sachlichkeit in der Materialauswahl eines Audi A4 Kombi, die uns bei aller Coolness auch schon wieder ans Herz gewachsen ist. Oder die Verlässlichkeit, für die ein Touran für Überraschungen gut ist, obwohl er per se keine Überraschung darstellt. Kurzum: Vergessen Sie einfach alles, was wir bisher über Autos geschrieben haben. Denn es geht um den Dacia MCV.
Rutsche in der Mäuse-Villa. Als Dacia von Renault übernommen wurde, gab's schnell Zweifel über die Positionierung der Marke. Ist billig genug? Ist das nicht nur ein Auto für die mobilitätshungrigen Ostmärkte? Als die erste Ausgabe mit dem Logan erschien, wurde das Stufenheck einerseits mit Häme überzogen, und andererseits bei vielen Tests mutwillig schlecht behandelt. Es half alles nix, die Autos verkauften sich wie die warmen Semmeln, weil man halt auf der alten Clio-Basis kein wirklich schlechtes Auto aufbauen kann - auch wenn es noch ein bissl hahnebüchen ausschaut.
Aha-Erlebnis. Der zweite Streich mit dem MCV war einem Aha-Erlebnis gewichen, das auch Boom-Marken wie Skoda oder Hyundai mit Argusaugen verfolgen. Das Auto, das soviel kostet wie bei einem BMW ein paar Extras ist nicht einmal schiach, sondern durchaus von einem Format, das man ohne Plane und ohne Garage parken darf. Außerdem: Viel Auto um wenig Geld, das hat immer Stil. Natürlich rollt man zuallererst einmal mit den Augen. Im besten Fall könnte man das karge Innenleben noch reduziert nennen. Mausgrau-Schattierungen sind freilich keine Farbtöne, die Emotionen hochkommen lassen.
Features
Fotoserie
Vier Herzen
Der 1,4-l-Benziner ist noch ein bissl brustschwach, die 1,6-l-Versionen (87/105 PS) bewegen sich genau im Rahmen unserer Gesetz-
gebung - nicht erfrischend also, aber sehr, sehr brav. Wobei der stärkste (16-Ventiler, 105 PS) im Schnitt auch am wenigsten braucht - damit dürfte die Benzin-Entscheidung leichter fallen. Der Diesel (68 PS) kommt auf einen Schnittverbrauch von 5,3 l/100 km.














