Experten: "100 km/h sind oft einfach zu viel"
Für das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) ist nach Pfingsten 2007 klar: 100 km/h oft zu viel auf Landesstraßen.

Foto © APAUnterschätzte Gefahr auf vertrauten Strecken
Am vergangenen Pfingstwochenende starben allein auf
steirischen Straßen elf Personen. Auffallend war, dass die tödlichen
Unfälle alle nicht im Reiseverkehr, sondern im Umkreis des Wohnortes
passierten. "Auf vertrauten Strecken unterschätzen die Leute die
Gefahr", so die Erklärung von Peter Felbinger vom Kuratorium für
Verkehrssicherheit (KfV). Außerdem könne Tempo 100 auf Landstraßen
oft zu viel sein, so Felber: Es sei zu überlegen, ob nicht auf Landstraßen zumindest teilweise eine 80-Km/h-Beschränkung sinnvoll wäre. "100 km/h sind oft einfach zu viel".
Hoher Blutzoll. In den vergangenen 20 Jahren gab es an den Pfingstwochenenden in
der Steiermark nicht annähernd so viele Tote wie heuer. 1987 und 1989
waren es jeweils acht Personen, die bei Unfällen starben, sonst waren
es noch weniger. Im letzten Jahr gab es in diesem Zeitraum nicht
einen einzigen Toten auf steirischen Straßen.
Ursachenforschung. Unfallursache war diesmal fast immer überhöhte Geschwindigkeit,
häufig war gar kein zweites Fahrzeug im Spiel. Meistens passierten
sie auch ganz in der Nähe oder überhaupt im Heimatort. "Das sind
alles Leute, die die Strecke im Schlaf kennen. Diese Gefahr
unterschätzt man dann", meinte Felber. In einer Untersuchung, die
Daten von zehn Jahren auswertete, wurde festgestellt, dass 87 Prozent
aller tödlichen Unfälle im Umkreis von 50 Kilometer von der
Heimatadresse passieren.
"Sehr kurvig". "Die steirischen Straßen sind oft sehr kurvig, man hat wenig Sicht
beim Überholen", suchte Felber eine Erklärung dafür, warum sich mehr
als die Hälfte aller tödlichen Unfälle an diesem Wochenende in der
Steiermark ereigneten. Zusätzlich sei auch das schöne Wetter schuld
gewesen: "Wenn schlechtes Wetter angesagt ist, bleiben die Leute von
vorne herein daheim und es passiert viel weniger", so Felber.














