21 Verkehrstote auf Österreichs Straßen
Bei der Zahl der Verkehrstoten zu Pfingsten gab es heuer einen dramatischen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Jetzt ist eine Diskussion um strengere Strafen entbrannt

Foto © APA"Kontrollen allein sind zu wenig"
Die Anzahl der Todesopfer im Pfingstverkehr steigt
weiter: 21 getötete Verkehrsteilnehmer am vergangenen verlängerten
Wochenende und 25 Tote in der vergangenen Woche bis inklusive Montag
lautet die aktualisierte Bilanz des Innenministeriums am
Dienstagabend. Wie am späten Nachmittag bekannt wurde, erlag gestern,
Montag, ein 21-jähriger Autofahrer nach einer Kollision mit einem
Baum im niederösterreichischen Bezirk Tulln am Sonntag seinen
Verletzungen im Wiener AKH.
Bilanz.
In der Pfingstwoche (21. bis 28. Mai) war es damit insgesamt zu 22
tödlichen Verkehrsunfällen mit insgesamt 25 Opfern gekommen. Im Jahr
zuvor waren es 13 Unfälle mit 16 Toten gewesen. Zum Pfingstwochenende
dieses Jahres (25. bis 28. Mai) waren es 18 tödliche Verkehrsunfälle
und 21 Opfer (2006: fünf tödliche Verkehrsunfälle mit sieben Toten).
2005 und 2004.
Damit wurden in diesem Jahr wesentlich mehr Opfer registriert als
in den vergangenen Jahren. Im Jahr 2005 sind am Pfingstwochenende von
Freitag 0.00 Uhr bis Montag 24.00 Uhr neun Verkehrsteilnehmer ums
Leben gekommen. Im Jahr 2004 wurden 16 und im Jahr 2003 sechs
Menschen tödlich verletzt. 1996 wurde mit nur fünf Verkehrstoten das
günstigste Ergebnis seit Einführung der Statistik im
Bundesministerium für Inneres (1967) verzeichnet.
Debatte.
Der Anstieg bei Unfällen und der Zahl der Verkehrstoten im
Vergleich zu den voran gegangenen Jahren sorgte am Dienstag für
Diskussionen über mögliche Konsequenzen. VCÖ, Grüne sowie der Chef
der Landesverkehrsabteilung der steirischen Polizei, Wolfgang
Staudacher, traten für Tempo 80 auf Freilandstraßen ein - zum Teil
unter Ausnahme mit Tempo 100-Beschilderung. Das steirische Kuratorium
für Verkehrssicherheit meint, dass Tempo 100 auf Landstraßen oft zu
schnell sein könnte. ÖAMTC und ARBÖ sprachen sich gegen eine
generelle Senkung der Tempolimits aus.
Tempo 80.
Ähnlich äußerte sich auch Innenminister Günther Platter (V): "Ich
betrachte die Senkung des Tempolimits auf Überlandstraßen auf 80
Stundenkilometer generell für weder angebracht noch zielführend."
Wichtiger sei der Appell an die Verkehrsteilnehmer zur
Eigenverantwortlichkeit, die Geschwindigkeit an die jeweilige
Situation anzupassen.
Verkehrsstrafen.
Verkehrsminister Werner Faymann (S) trat für eine Anhebung der
Verkehrsstrafen ein. Geschwindigkeitslimits würden derzeit teils
erheblich überschritten, genau so oft würden die Kontrollorgane
Alkohollenker erwischen und extrem häufig seien Kinder nicht adäquat
angegurtet. Gegenüber Tempo 80 zeigte sich der Minister skeptisch.
Eine Verschärfung der Strafen falle in die Zuständigkeit des
Innenministeriums.
Aufforderung Handeln.
Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider (B) will die
Verkehrssicherheit zum Thema der Landeshauptleutekonferenz machen.
Das BZÖ forderte Verkehrsminister Werner Faymann (S) zum Handeln auf.
FP-Verkehrssprecher Harald Vilimsky verlangte mehr Exekutive auf den
Straßen und lehnte Tempo 80 ab.
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