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Zuletzt aktualisiert: 29.05.2007 um 20:06 Uhr

21 Verkehrstote auf Österreichs Straßen

Bei der Zahl der Verkehrstoten zu Pfingsten gab es heuer einen dramatischen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Jetzt ist eine Diskussion um strengere Strafen entbrannt

"Kontrollen allein sind zu wenig"

Foto © APA"Kontrollen allein sind zu wenig"

Die Anzahl der Todesopfer im Pfingstverkehr steigt weiter: 21 getötete Verkehrsteilnehmer am vergangenen verlängerten Wochenende und 25 Tote in der vergangenen Woche bis inklusive Montag lautet die aktualisierte Bilanz des Innenministeriums am Dienstagabend. Wie am späten Nachmittag bekannt wurde, erlag gestern, Montag, ein 21-jähriger Autofahrer nach einer Kollision mit einem Baum im niederösterreichischen Bezirk Tulln am Sonntag seinen Verletzungen im Wiener AKH.

Bilanz. In der Pfingstwoche (21. bis 28. Mai) war es damit insgesamt zu 22 tödlichen Verkehrsunfällen mit insgesamt 25 Opfern gekommen. Im Jahr zuvor waren es 13 Unfälle mit 16 Toten gewesen. Zum Pfingstwochenende dieses Jahres (25. bis 28. Mai) waren es 18 tödliche Verkehrsunfälle und 21 Opfer (2006: fünf tödliche Verkehrsunfälle mit sieben Toten).

2005 und 2004. Damit wurden in diesem Jahr wesentlich mehr Opfer registriert als in den vergangenen Jahren. Im Jahr 2005 sind am Pfingstwochenende von Freitag 0.00 Uhr bis Montag 24.00 Uhr neun Verkehrsteilnehmer ums Leben gekommen. Im Jahr 2004 wurden 16 und im Jahr 2003 sechs Menschen tödlich verletzt. 1996 wurde mit nur fünf Verkehrstoten das günstigste Ergebnis seit Einführung der Statistik im Bundesministerium für Inneres (1967) verzeichnet.

Debatte. Der Anstieg bei Unfällen und der Zahl der Verkehrstoten im Vergleich zu den voran gegangenen Jahren sorgte am Dienstag für Diskussionen über mögliche Konsequenzen. VCÖ, Grüne sowie der Chef der Landesverkehrsabteilung der steirischen Polizei, Wolfgang Staudacher, traten für Tempo 80 auf Freilandstraßen ein - zum Teil unter Ausnahme mit Tempo 100-Beschilderung. Das steirische Kuratorium für Verkehrssicherheit meint, dass Tempo 100 auf Landstraßen oft zu schnell sein könnte. ÖAMTC und ARBÖ sprachen sich gegen eine generelle Senkung der Tempolimits aus.

Tempo 80. Ähnlich äußerte sich auch Innenminister Günther Platter (V): "Ich betrachte die Senkung des Tempolimits auf Überlandstraßen auf 80 Stundenkilometer generell für weder angebracht noch zielführend." Wichtiger sei der Appell an die Verkehrsteilnehmer zur Eigenverantwortlichkeit, die Geschwindigkeit an die jeweilige Situation anzupassen.

Verkehrsstrafen. Verkehrsminister Werner Faymann (S) trat für eine Anhebung der Verkehrsstrafen ein. Geschwindigkeitslimits würden derzeit teils erheblich überschritten, genau so oft würden die Kontrollorgane Alkohollenker erwischen und extrem häufig seien Kinder nicht adäquat angegurtet. Gegenüber Tempo 80 zeigte sich der Minister skeptisch. Eine Verschärfung der Strafen falle in die Zuständigkeit des Innenministeriums.

Aufforderung Handeln. Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider (B) will die Verkehrssicherheit zum Thema der Landeshauptleutekonferenz machen. Das BZÖ forderte Verkehrsminister Werner Faymann (S) zum Handeln auf. FP-Verkehrssprecher Harald Vilimsky verlangte mehr Exekutive auf den Straßen und lehnte Tempo 80 ab.


Fakten

Die Unfälle in der Steiermark passierten fast alle auf Grund überhöhter Geschwindig-keit, nur in zwei Fällen kam es zu einem Zusammen-stoß mit einem entgegen-kommenden Fahrzeug.

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Analyse

Unkonzentriertheit dürfte die Ursache der vielen Unfälle im Pfingstverkehr gewesen sein. "Ein kurzer Augen-blick entscheidet über Leben oder Tod", sagte Otmar Bruckner vom Referat für Verkehrsdienst des Innenministeriums.

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Das Verkehrsaufkommen zu Pfingsten brach so manchen RekordFoto © AP

Fakten

In die vorläufigen tödlichen Unfälle waren neun Pkw, fünf Motorräder, ein Rad und ein Microcar involviert, sagte Bruckner. Auffällig ist, dass die Todesopfer nicht im klassischen Reiseverkehr, sondern im lokalen Verkehr zu beklagen sind.

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