Der Erntetank wurde vorschnell gefeiert
Die Politik gab das Schlagwort: Bauern als Ölscheichs. Aber Raps, Getreide, Zuckerrübe und Holz als Kraftstoff polarisieren auch.

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Die Reserven jenes Rohstoffs, der die Welt mobil machte, neigen sich dem Ende zu. In 30 Jahren sprudelt das Erdöl nur noch tröpferlweise. Das behauptete der Club of Rome 1972 und löste in der Folge Panik aus. Dass es anno 2007 den gleichen Zeithorizont in den Prophezeiungen gibt, scheint niemanden aufzuregen. Lediglich die Tatsache, dass die Förderpreise steigen werden - und damit die Energiepreise - lässt aufhorchen.
Bioethanol. Die Suche nach dem Kraftstoff der Zukunft hat ihre Wurzeln in der Vergangenheit: Alkohol aus Sprit galt als Kraftstoff der Autopioniere. Bioethanol, ein Alkohol, der aus Pflanzen (Getreide, Mais, Zuckerrüben...) gewonnen werden kann, gilt als Bio-Kraftstoff der ersten Generation. Dem Kraftstoff wird eine positive bis ausgeglichene Kohlendioxid-Bilanz zugestanden. Aber es ist diversen Öko-Bilanzen nicht zuträglich, wenn in Brasilien für Zuckerrüben-Plantagen Wälder gerodet werden oder die Rohstoffe für die Produktion über weite Strecken transportiert werden müssen.
Ethische Diskussion. Darüber hinaus wird eine ethische Diskussion geführt: Sollte man Nahrungsmittel für Autos verwerten statt sie Hungernden zu geben? Der Preis für Mais stieg weltweit, in Mexiko protestierten die Menschen, weil das Maismehl plötzlich eine Preissteigerung von 100 Prozent erfuhr. Diese Argumentation sollten sich mit dem Bioethanol der zweiten Generation erledigen. Dabei wird Sprit aus Holz oder Stroh gewonnen. Die Technik, um diesen Kraftstoff im großen Stil und energieeffizient zu produzieren, muss sich erst beweisen, erste Ergebnisse versprechen einen höheren Sprit-Ertrag. Aber: Wie stark wird das die Holzpreise belasten - siehe Pellets, die einst als günstige Alternative gepriesen wurden.
Features
Erdgas-Wasserstoff
Wasserstoff-Zukunft
Für Manfred Klell von der TU Graz, der die erste österreichische Forschungsstelle für Wasserstoff leitet, gibt es einen nicht uninteressanten Ansatz in der Wasserstoff-
gewinnung: Bei der Umwandlung von Biomasse, Kohle und Erdgas in flüssige Kraftstoffe besteht das Zwischenprodukt Synthesegas aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff. "Hier könnte man den Wasserstoff gleich entnehmen anstatt mit Synthesegas flüssige Kraftstoffe zu erzeugen".














