Zug schaffte 574,8 Kilometer pro Stunde
Der französische TGV stellte einen neuen Geschwindigkeits-Weltrekord auf.

Foto © Reuters
Erstmals seit 17 Jahren gibt es einen neuen
Geschwindigkeits-Weltrekord auf der Schiene: Eine Spezialversion des
französischen Hochgeschwindigkeitszuges TGV schaffte es am Dienstag
nach Angaben eines mitfahrenden Notars auf der Strecke zwischen
Straßburg und Paris bis auf 574,8 Stundenkilometer.
Rekord. Damit übertraf der "V150" getaufte Zug den bisherigen Rekord für
radgebundene Schienenfahrzeuge, der gleichfalls von einem TGV im Jahr
1990 mit 515,3 Stundenkilometern aufgestellt wurde. Schneller als der
vom französischen Hersteller Alstom gebaute Zug war auf einer
Schienenstrecke bisher nur die japanische Magnetschwebebahn
JR-Maglev, die 2003 Tempo 581 schaffte, dabei aber keinen Kontakt zum
Boden hatte. Der deutsche InterCityExpress (ICE) hatte es 1988 bis
auf 406,9 Stundenkilometer gebracht.
Einsatz. Der TGV-Hersteller Alstom setzte bei der Rekordfahrt eine Spezialversion des TGV aus
zwei Loks und drei doppelstöckigen Wagen mit 25.000 PS ein. Im
Unterschied zu den herkömmlichen TGVs ist der Antrieb dabei auf der
ganzen Länge des 234 Tonnen schweren Zuges verteilt und nicht mehr
nur in den Lokomotiven konzentriert.
Strecke. Auch die Strecke, auf der ein abschüssiges Stück 200 Kilometer vor
Paris für die Rekordfahrt ausgewählt wurde, musste besonders
präpariert werden: Stromleitungen wurden verstärkt und die daran
liegende Spannung erhöht. Auch das Gleisbett musste besonders
gesichert werden, um den starken Erschütterungen durch den Super-Zug
standzuhalten. Insgesamt kostete die Rekordfahrt die Staatsbahn SNCF,
die Schienengesellschaft RFF und Alstom 30 Millionen Euro.
Features
Hintergrund
Rekord
Bisher fahren TGV-Züge in Frankreich mit 300 Stundenkilometern.
Ab
Juni soll auf der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke Paris-Straßburg,
auf der auch deutsche ICE-Züge verkehren werden, dann Tempo 320
erreicht werden.















