Debatte um Lkw-Maut voll entbrannt
Um die Autofahrer nicht mehr weiter zu belasten, wird angedacht, nach dem Vorbild anderer europäischer Länder eine flächendeckende Maut-Gebühr einzuheben.

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Der Ruf nach Einführung einer flächendeckenden
Lkw-Maut wird lauter. Grüne, Gewerkschaft, Arbeiterkammer und VCÖ
haben sich heute für eine Ausdehnung der Schwerverkehrsabgabe von
Autobahnen und Schnellstraßen auf Bundes- und Landesstraßen
ausgesprochen, während ÖVP und Wirtschaftskammer dies ablehnten. Die
SPÖ hatte wie auch der ÖAMTC in der Vergangenheit Sympathien für eine
Mautausdehnung bekundet, eindeutige Empfehlung gibt es aber keine.
ARBÖ, FPÖ und BZÖ übten sich bisher in Zurückhaltung.
Beispiel Schweiz. Derzeit wird eine über das ganze Land ausgedehnte Maut etwa in der
Schweiz verrechnet, wo auch die Mauthöhen um einiges über den
österreichschen liegen. In mehreren europäischen Ländern gibt es
bereits Überlegungen für eine flächendeckende Verrechnung. So startet
in Tschechien die Mautausdehnung bereits nächstes Jahr. Auch
hierzulande wäre eine Bemautung des niederrangigen Verkehrs möglich,
allerdings müsste dann das derzeitige Mikrowellensystem um eine
Satellitenerfassung erweitert werden, so Mauttechnologie-Lieferant
Kapsch.
Kostendeckung. Hintergrund der Überlegungen ist die Tatsache, dass der
Lkw-Verkehr eine geringere Kostendeckung aufweist als der
Pkw-Betrieb. Und wohl auch, dass in Lastwagen weniger Wähler sitzen
als in Autos, für die eine streckenabhängige Maut fast quer durch
alle Interessensvertretungen abgelehnt wird. Laut AK-Angaben sitzt
ohnehin nur noch in jedem dritten heimischen Lkw auch ein
österreichischer Fahrer. Außerdem haben von den 8.000
konzessionierten Lkw-Betreibern rund 1.000 ihr Heil im Ausland
gesucht und fahren nun unter osteuropäischer Flagge.
Verteuerungen. Dass eine ausgeweitete Lkw-Maut automatisch zu spürbaren
Verteuerungen für die Konsumenten führt, bezweifelt die
Arbeiterkammer. Demnach hätten sich die Preise lediglich um 0,2
Prozent erhöht. Unterschiedliche Aussagen kommen dazu aus der
Transportbranche. Während die offizielle Lesart ist, dass die
bisherigen Mehrkosten von den Frächtern weiter gegeben wurden, wird
bei den Bilanzpressekonferenzen der Transporteure darauf verwiesen,
dass nicht alle Mautkosten beim Kunden untergebracht werden konnten.
Features
Berechnung
Einer Familie im burgenländischen
Parndorf fuhren in den vergangenen Jahren um 260.000 Lastwagen mehr
um die Ohren - und zwar pro Jahr.
Nicht zuletzt wegen des
Einkaufscenters mussten die Einwohner entlang der B10 seit dem Jahr
2000 ein Lkw-Plus von 70 Prozent ertragen.
Kräftig was auf Ohren und
Lungen bekamen auch die Anrainer der Wiener Triesterstraße (B17), die
einen Zuwachs von 58 Prozent aufwies. Schwechat (B9) brachte es auf
ein Plus von 51 Prozent.













