Alkoholtest jetzt bei jeder Kontrolle
Bei Verkehrskontrollen sollen Lenker in Kärnten nun immer auf Alkohol getestet werden. Polizeichefin Kohlweiß dazu: "Das ist keine Schikane. Das Ziel sind weniger Unfälle, weniger Verletzte, weniger Tote." Von Claudia Beer-Odebrecht und Greta Donner.

Foto © Kleine Zeitung/Helmuth WeichselbraunAlkolenker im Visier der Polizei. In jedem Streifenwagen wird jetzt ein Alko-Vortestgerät mitgeführt
"Wer sich hinter das Steuer setzt, muss nüchtern sein", sagt Wolfgang Rauchegger, stellvertretender Landespolizeidirektor. Doch die Realität schaut anders aus: Laut neuester Statistik gab es im Vorjahr 3410 Alkolenker-Anzeigen. Und weil so viele Lenker über 0,8 Promille Alkohol im Blut hatten, wurden gleich um 738 Führerscheine mehr abgenommen als im Jahr 2011. Hinzukommen jene betrunkenen Lenker, die von den Beamten nicht erwischt wurden.
Die Polizei wird jetzt hart durchgreifen. Rauchegger: "Ab sofort muss man bei jeder Verkehrskontrolle damit rechnen, auf Alkohol getestet zu werden." Das seien keine leeren Worte, betont der Generalmajor: "Unser Ziel sind flächendeckende Kontrollen mit dem Vortestgerät." Diese Maßnahme soll der Bewusstseinsbildung dienen.
Landespolizeidirektorin Michaela Kohlweiß will eines klarstellen: "Die Kontrollen sind keine Schikane. Das Ziel sind weniger Unfälle, weniger Verletzte, weniger Tote." Bei der Ausrüstung sollte es keine Probleme geben. "In jedem Streifenwagen wird ein Alkohol-Vortestgerät mitgeführt", sagt Rauchegger. Würde es die Polizeiarbeit erleichtern, wenn die Lenker in Kärnten - wie in Frankreich - selbst ein Alkoholtestgerät mitführen müssen? Rauchegger als Exekutivbeamter hält sich mit legislativen Kommentaren zurück: "Von der Polizei gibt es dazu keine Forderung."
Neben dem Alkohol ist Raserei weiterhin einer der Hauptgründe für Unfälle. Auch hier schrillen die Alarmglocken: Im Vorjahr gab es in Kärnten 473.978 Radaranzeigen - eine Zunahme von 88.077 Radaranzeigen bzw. eine Steigerung von 22,82 Prozent gegenüber 2011.
Ein nicht unbeträchtlicher Teil der geblitzten Lenker kommt aus dem Ausland. Nicht allen von ihnen flattert auch eine Strafe ins Haus. "Mit einigen Ländern, wie Deutschland, funktioniert es gut, mit anderen weniger", heißt es bei der Polizei.













