Hier rasten alle, nur nicht das Personal
Eine Raststation ist mehr als ein Lokal: 300.000 Gäste im Jahr machen "Oldtimer" auf der Pack zur eigenen kleinen Welt. Reportage von Daniela Vallant.
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Reisen, rasten, Pause machen: Die Autobahn-Raststation "Oldtimer" auf der Pack ist eine kleine Welt für sich. Bis zu 300.000 Gäste legen hier jährlich eine Pause ein, die meisten von ihnen wollen jedoch so schnell wie möglich wieder weiter. "Die Leute haben es immer eilig, alles muss schnell gehen und der Service trotzdem top sein", weiß Franz Hochetlinger, geschäftsführender Gesellschafter.
Der gebürtige Niederösterreicher kennt hier buchstäblich jede Steckdose und ist für den reibungslosen Ablauf verantwortlich: "Das Geschäft ist eher sommerlastig und schwankt dementsprechend stark - täglich gehen zwischen 300 und 3000 Gäste bei uns aus und ein." Und die bringen einen Riesenhunger mit. Küchenchef Hans Höfler hat in seinen 18 Jahren hinter dem Herd schon unzählige Grillteller und Gulaschportionen, zwei der von den Gästen meist gewünschten Gerichte, zubereitet. Das mache ihn in gewisser Weise selbst schon zu einem "Oldtimer", schmunzelt er. Doch wie kann er bei solch schwankenden Besucherzahlen wissen, wie viel Portionen er täglich vorbereiten muss? "Das sind Erfahrungswerte. Wir vergleichen anhand von Statistiken der Vorjahre, wie viel an welchen Tagen konsumiert wurde", sagt der Koch.
Dabei kommen vor allem regionale Speisen, wie Spargel, Forellen oder Apfelsaft aus dem Lavanttal auf den Tisch. "Viele Mitarbeiter sind schon seit Jahren dabei und ein eingeschworenes Team. Was ich mir wünschen würde, wären mehr Lehrlinge", sagt Höfler.
Der Tag beginnt um vier Uhr
Wenige Schritte weiter trifft man Maria Stürzenbecher schon beim Reinigen der Backstube an. "Mein Tag beginnt oft schon um vier Uhr morgens. Zwischen 200 und 2000 Stück Gebäck verlassen hier täglich die Öfen", sagt die gelernte Konditorin. Aber auch Mehlspeisen, Kekse und Törtchen werden frisch zubereitet.
Im Shop nebenan findet man von Mitbringseln bis Süßigkeiten so ziemlich alles, was das Autofahrerherz begehrt. Was hier am meisten verkauft wird, ist allerdings keine große Überraschung. "Schokolade und Zigaretten", kommt es von Carina Haas wie aus der Pistole geschossen. "Und die Italiener nehmen am liebsten Mozartkugeln mit", fügt die 16-Jährige hinzu, die hier eine Lehre zur Hotel- und Gastgewerbeassistentin absolviert.
Ein Stockwerk tiefer ist Ingrid Baumgartner mit der stündlichen Kontrolle und Reinigung der Toiletten beschäftigt. "Ich werde überall eingesetzt, wo ich gerade gebraucht werde", sagt die Schieflingerin.
Nur ein paar Ecken weiter befinden sich die Kühlräume und das Büro der Verwaltung. Hier schaltet und waltet Jutta Walzl fernab vom Trubel der hungrigen Reisenden ihres Amtes. "Ich erledige Bestellungen, das Kassenwesen und allerlei Administratives", sagt die Verwaltungschefin.
Immer im Bild bleiben
Ein Überwachungsbildschirm gibt Einblicke in verschiedenste Bereiche der Autobahnraststation. "So bleibe ich auch immer im Bilde, wenn viel los ist", verrät Hochetlinger.
Wenn sich ein Besucheransturm ankündigt, packt der Chef nämlich schon mal selbst mit an und flitzt mit voll beladenen Tabletts zwischen Gasträumen und Küche hin und her. Für gewöhnlich hat hier nämlich Anita Swersina das Kommando. Seit zwei Jahren kümmert sie sich um die Gästebetreuung, Serviceeinteilung und Seminarabläufe. "Das Gästepublikum ist bunt gemischt. Wenn man auf Menschen eingehen kann, dann hat man in diesem Beruf nie ein Problem", verrät die Serviceleiterin.
Features
Daten & Fakten
Lage: Die Raststation liegt auf 1040 Meter Seehöhe im Packabschnitt der A2-Südautobahn und wurde 1995 eröffnet.
Gebäude: Neben Restaurant, Shop, Seminarräumen, Kinderspielplatz, gratis Duschen und hauseigener Bäckerei gibt es noch neun Gästezimmer, die zu 70 Prozent ausgelastet sind.
Mitarbeiter: In den Wintermonaten arbeiten 40, im Sommer bis zu 50 Personen von 6 bis 23 Uhr im Restaurant, das Hotel ist bis 24 Uhr geöffnet.
Events: Bis zu 60 Prozent der Gäste sind Stammkunden. Langweilig wird es nie: Alljährlich findet beim "Oldtimer" ein Harmonikatreffen statt. In der Adventszeit haben außerdem 850 Kinder für die Kinderkrebshilfe fleißig Kekse gebacken.















