Mehrphasen-Ausbildung rettete Leben
Seit 2003 gibt es die Mehrphasen-Ausbildung für Führerscheinneulinge. Seitdem sank in Kärnten die Zahl der getöteten jungen Lenker um 33 Prozent.

Foto © AP
Die Erfahrung ist klein, die Selbstüberschätzung groß: Wegen mangelnder Routine ist das Risiko für junge Lenker im Straßenverkehr verletzt oder getötet zu werden, sehr groß. In der Vorwoche starben in Kärnten gleich zwei 20-Jährige bei Verkehrsunfällen.
Im Kampf um mehr Sicherheit im Straßenverkehr wurde vor zehn Jahren die Mehrphasen-Fahrausbildung für Führerscheinneulinge eingeführt. Jeder Fahranfänger muss im Jahr nach der Führerscheinprüfung ein Fahrtraining machen. Dadurch sind die Unfälle mit Beteiligung junger Lenker deutlich zurückgegangen, wissen die Experten von Öamtc und Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). Österreichweit ging die Anzahl der getöteten jungen Lenker um 50 Prozent zurück.
In Kärnten gibt es 33 Prozent weniger Getötete und 22 Prozent weniger Verletzte bei den jungen Lenkern. Im Detail: Von 2000 bis 2002 passierten durchschnittlich 915 Unfälle mit 1305 Verletzten und zwölf Getöteten. Von 2009 bis 2011 ereigneten sich 657 Unfälle mit 1016 Verletzten und acht Getöteten. Die geänderte Ausbildung habe laut KfV österreichweit schon rund 100 Leben gerettet und 6000 Verletzte verhindert. Trotz dieser erfreulichen Tendenz bestehe aber weiterhin dringender Handlungsbedarf, so der Autofahrerklub und das KfV. "Wir sind noch nicht am Ziel", sagt KfV-Direktor Othmar Thann. Christoph Mondl vom Öamtc sieht neben strengeren Qualitätskontrollen bei der Mehrphasenausbildung auch noch Chancen in der präventiven Verkehrssicherheitsarbeit. Denn junge Lenker sind, so der Experte, trotz der Maßnahmen nach wie vor überproportional häufig an Unfällen beteiligt. Unfallursache Nummer eins ist nicht angepasste Geschwindigkeit. Laut einer österreichweiten Öamtc-Umfrage beurteilten die Betroffenen selbst das Mehrphasen-Training als durchwegs positiv.













