Teures Öl bremst Verkehr
Energiebilanz: Der Verbrauch sank 2011 um fast vier Prozent. Nachfrage nach Heizöl ging um ein Fünftel zurück, Minus auch bei Treibstoffen. Trotzdem: Die EU-Vorgaben bei der Energieeffizienz erreicht Östereich wohl nicht.

Foto © APAOMV-Raffinerie in Schwechat
Die Österreicher haben im Vorjahr um 3,9 Prozent weniger Energie verbraucht, obwohl die Wirtschaft um 2,7 Prozent gewachsen ist. Hauptgründe waren warmes Wetter und hohe Ölpreise, die den Heizöl- und Benzinverbrauch senkten. Der Verkehr bleibt aber größter Energieverbraucher. Das geht aus den Energiekurven der Statistik Austria hervor.
Demnach ging der gesamte Energie-Inlandsverbrauch auf 1.089 Petajoule zurück und sank damit unter das Niveau von 2005. Auffällig ist der gewaltige Rückgang beim Heizöl: minus 19,9 Prozent. "Das ist kein Rechenfehler", sagt Volkswirtin Barbara Mayer von der Statistik Austria. Der warme Winter führte auch bei anderen Heizstoffen zu Minderverbrauch (Brennholz minus 8,6%, Fernwärme minus 7,9%).
In junger Vergangenheit war der Energieverbrauch nur 2009 gesunken, damals aber schrumpfte auch die Wirtschaft. Dass es im Vorjahr Energie-Rückgang trotz Wachstum gab, veranlasst Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner zum Jubel über die "gelungene Entkoppelung von Wirtschaftswachstum und Energieverbrauch".
Kaum Sonnenstrom
Trotzdem ist es nach wie vor unwahrscheinlich, dass Österreich die EU-Vorgaben bei der Energieeffizienz erreicht. Das Energieeffizienzgesetz lässt noch auf sich warten, Spar-Pflichten werden von den Energieversorgern vehement bekämpft.
Aufgrund der Wasserkraft liegt Österreich bei den erneuerbaren Energien vergleichsweise gut. Ihr Anteil stieg im Vorjahr von 30,6 auf 31 Prozent. Das Ziel lautet 34 Prozent bis zum Jahr 2020. Bei der Stromerzeugung stammen 55 Prozent aus Wasserkraft, aber nur 3,1 Prozent aus Wind und 0,3 Prozent aus Fotovoltaik.
Neben den Heizstoffen ging auch die Nachfrage nach Benzin (minus 3,5%) und Diesel (minus 3,3%) zurück. Der Öl- und Kohleverbrauch sank um rund 4,5%, der Stromverbrauch blieb konstant. Größter Energieverbraucher ist der Verkehr mit rund einem Drittel des Gesamtverbrauchs, gefolgt von der Industrieproduktion (29%) und den privaten Haushalten (24%). Die Haushalte liegen bei den Erneuerbaren mit 45% an der Spitze. Denkzettel Seite 8
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Fakten
Teures Öl und warmes Wetter senkten 2011 den Energieverbrauch um 3,9% auf 1.089 Petajoule.
Davon stammen 31 Prozent aus erneuerbaren Quellen (hauptsächlich Wasserkraft und Biomasse).
Wichtigste Stromquelle war die Wasserkraft mit 123 Petajoule.













