Mit mehr Kameras Jagd auf Rotlicht-Sünder
Die Polizei sieht rot: Viele Lenker missachten das Rotlicht. Deshalb will man jetzt mehr kameraüberwachte Ampeln installieren. Rotlicht-Sünder zahlen mindestens 140 Euro.

Foto © KLZ/Eggenberger
Rot heißt stehen bleiben! Stopp! Warum verstehen das so viele Leute nicht?", sagt Oberst Adolf Winkler, Chef der Verkehrspolizei in Klagenfurt. Pro Jahr missachten laut Winkler tausende Kärntner auf Kreuzungen das Rotlicht. Riskieren dabei ihr und das Leben anderer. Mit mehr stationären Rotlicht-Kameras auf Ampeln (auch Rotlicht-Blitzer genannt) will die Polizei künftig stärker Jagd auf Verkehrssünder machen. In Klagenfurt gibt es die Blitzer seit vielen Jahren. Man findet sie auf der stark frequentierten Minimundus-Kreuzung und entlang des Südrings. Jetzt will man auch in Villach fixe Rotlicht-Kameras installieren. "Wir sind mit dem Magistrat bereits im Gespräch", sagt Winkler. Ob eine Ausweitung auch auf andere Kärntner Städte geplant ist, ist noch unklar.
An Auslastung mangelt es den Klagenfurter Geräten (leider) nicht. "Jeden Tag werden zig Lenker geblitzt", sagt Winkler. "Es gibt auch welche, die immer wieder reinfahren - obwohl sie ja längst wissen, dass an dieser Stelle eine Kamera installiert ist." Laut Polizei reden sich ertappte Rotlicht-Sünder oft darauf aus, dass es erst Orange geblinkt hat. Winkler erinnert an das, was jeder in der Fahrschule gelernt hat: "Bei blinkendem Orange muss man bereits stehen bleiben!" Die Kamera hat übrigens auch die grünen Abbiegepfeile im Visier. Die Fahrzeuge werden von hinten geblitzt.
Um Verkehrsteilnehmern einen Rotlichtverstoß nachweisen zu können, ist eine genaue Dokumentation des Tatablaufes erforderlich. "Die Aufzeichnungen müssen absolut nachvollziehbar sein", sagt Winkler. Die Strafen sind auch empfindlich hoch: Das Missachten des Rotlichts kostet im günstigsten Fall 140 Euro, heißt es aus dem Strafamt der Landespolizeidirektion. Es handelt sich zudem um ein Vormerkdelikt. Wird man öfters erwischt, erhöht sich auch die Strafe.
Irgendwann könnte es für die Lenker noch unangenehmer werden. Denn laut Winkler geht der Trend hin zu mobilen Überwachungsanlagen.
Features
Mehr Verkehrssicherheit
Zu einer dauerhaften Überwachung durch stationäre Rotlicht-Blitzanlagen kommt es laut Polizei vor allem an frequentierten Kreuzungen oder an Kreuzungen, an denen es eine hohe Unfallhäufigkeit gibt. Wie viele Rotlicht-Kameras es derzeit gibt, will die Polizei nicht bekannt geben. Die Einnahmen gehen zum überwiegenden Teil an den Straßenerhalter. Der Einsatz der Blitzer ist laut Winkler ein wesentlicher Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit.
Kameraüberwachung für Bahnübergänge gibt es bereits in Salzburg, Burgenland und Niederösterreich. Eine Abnahme von Unfällen konnte festgestellt werden. 2011 passierten in Kärnten sechs Unfälle auf Bahnübergängen, drei davon bei Übergängen mit Lichtanlage. Heuer gab es schon drei Unfälle mit Todesopfern.













