"Demokratisierung des Autos"
Strom statt Benzin – das ist die einzige Regel, an die sich das Designauto "Mia" hält. Sonst bricht das in St. Veit zu sehende Auto alle Konventionen.

Foto © KKMurat Günak mit dem "Mia"
Sogar der Designer selbst gibt es zu. "Das Design dieses Elektroautos bricht mit allen bekannten Vorstellungen", sagt Murat Günak. Wohl deswegen ist die "Mia" der Blickfang des Elektromobilitätsforums, das Donnerstag in St. Veit eröffnet wurde.
Statt mit sportlicher Linienführung zu verführen, erinnert die "Mia" – benannt nach Günaks Tochter – bei ihren Fahren durch St. Veit an einen geschrumpften Autobus. Auch beim Innenleben des in Frankreich produzierten Autos setzt sich der Überraschungseffekt fort. Der Fahrer sitzt zentral auf einem einzelnen Sitz, hinter ihm versetzt befinden sich zwei Plätze mit der Qualität von Liegestühlen. "Daher wird das Auto sogar von Managern gekauft, die ihn mit Chauffeur fahren – hier haben sie mehr Platz als in einer Limousine", lacht Günak, der vor seinem Ausflug ins Elektrofach der Chef-Kreative im Volkswagen-Konzern war. Grundsätzlich richte sich das Auto – der Kaufpreis liegt samt Batterie bei 20.000 – aber nicht an Manager, sondern an Kinder. "Die Fenster hinten gehen weit hinunter, nach vorne haben sie freie Sicht, für mich ist das die Demokratisierung des Autos." Dass das 750 Kilo schwere Auto mit einer Reichweite von 120 Kilometern für den Langstrecken-Verkehr untauglich ist, gibt auch der Designer zu. "Die Elektromobilität ist aber auch ein Thema, das hauptsächlich die Stadt betreffen wird." So mache es auch keinen Unterschied, dass man nicht schneller als 110 Kilometer pro Stunde fahren könne. "Letztlich ist man in der Stadt selten mit mehr als 50 km/h unterwegs."













