12.400 fuhren im Tunnel zu schnell
Bilanz nach einem Jahr Section Control im Plabutschtunnel: etwa gleich viele Unfälle, dafür aber keine schweren. Zahl der Temposünder sank, der Rekordhalter raste mit 159 km/h.

Foto © KLZ/Eder
Die Vorgabe lautet sechs Minuten und zehn Sekunden. So lange und auf keinen Fall weniger sollte man brauchen, um den zehn Kilometer langen Plabutschtunnel in Graz zu durchqueren. Die stationäre Section Control misst Fahrtdauer und damit die Durchschnittsgeschwindigkeit jedes einzelnen Fahrzeuges - seit mittlerweile einem Jahr.
Am 10. Oktober 2011 wurde die Anlage auf "scharf" gestellt. Seitdem blitzte sie mehr als 12.400 Fahrzeuge, davon mehrheitlich Pkw (9600). Polizei und die Asfinag ziehen eine durchwegs positive Jahresbilanz: Die Zahl der Unfälle sei mit 39 zwar annähernd gleich geblieben, die Unfälle seien aber deutlich glimpflicher ausgegangen, erklärt Asfinag-Geschäftsführer Rainer Kienreich. Oberst Wolfgang Staudacher, Leiter der Landesverkehrsabteilung der Polizei, ergänzt: "Im Jahr vor der Installierung der Section Control gab es zehn Leicht- und einen Schwerverletzten sowie auch einen tödlichen Unfall. Seit die Anlage in Betrieb ist, waren es nur noch zwei Leichtverletzte."
Nicht nur deshalb sei die Section Control ein Beitrag zu mehr Verkehrssicherheit. Die Durchschnittsgeschwindigkeit im Tunnel sei nachweislich gesunken, heißt es. Die unrühmliche Ausnahme stellte ein Pkw-Lenker, der es auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 159 km/h brachte. Die Toleranzgrenze beträgt lediglich drei Prozent, das heißt, bei Tempolimit 100 reichen 103 km/h für eine Verkehrsstrafe.
Waren es zu Beginn der Überwachung noch bis zu 100 ertappte Temposünder täglich, so pendelte sich diese Zahl zuletzt bei etwa 20 ein. Dies sei ein Indiz dafür, dass sich die Lenker an die Section Control gewöhnt hätten, schließen die Verantwortlichen. Dass drei Viertel der Schnellfahrer in Richtung Süden unterwegs sind, ist ein Phänomen, dass sich jedoch niemand erklären kann.
Die Section Control im Plabutschtunnel kann zwischen verschiedenen Fahrzeugklassen unterscheiden. Probleme bereitet ihr jedoch die Unterscheidung zwischen leichten und schweren Anhängern, hier müssen Beamte "händisch" nachkontrollieren.













