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Zuletzt aktualisiert: 02.10.2012 um 22:30 UhrKommentare

Schonfrist für Wiener Parksünder ist vorbei

Seit Montag ist Parken in fünf weiteren Wiener Bezirken kostenpflichtig, ab Donnerstag wird gestraft. Die Parkplatzprobleme scheinen sich zu verlagern.

Jetzt heißt es in fünf weiteren Wiener Bezirken: Parkschein ausfüllen oder Strafe zahlen

Foto © APAJetzt heißt es in fünf weiteren Wiener Bezirken: Parkschein ausfüllen oder Strafe zahlen

Sind Ferien? Nein, Ferien sind nicht. Und dennoch: Fährt man dieser Tage beispielsweise durch den 17. Bezirk Hernals, so scheint es, als gäbe es in manchen Gegenden plötzlich merklich mehr freie Parkplätze. Und die gibt es auch, denn seit Montag gilt auch hier, was beispielsweise schon seit langer Zeit für den 1. Bezirk gilt: Ein 140 Euro teures Parkpickerl picken oder einen Parkschein ausfüllen. Wie es auch in Teilen des 12., 14., 16. und im gesamten 15. Bezirk seit Wochenbeginn Pflicht ist.

Zumindest sein sollte, denn gestraft wird erst ab Donnerstag . "Bis dahin werden jene, die weder ein Pickerl angebracht noch einen Parkschein ausgefüllt haben, mittels Benachrichtigung auf der Windschutzscheibe darauf hingewiesen, dass künftig gestraft wird", sagt Parkpickerlkoordinator Leopold Bubak. Verfehlungen kosten dann 38 Euro. Ob die Parksituation in besagten Bezirken tatsächlich besser geworden ist, würde man, so Bubak, "nach einer Bestandsaufnahme in drei Monaten sagen können".

Ein Dominoeffekt?

Die (nicht nur politisch) durchaus umstrittene neue Parkraumbewirtschaftung könnte jedoch für einen Dominoeffekt sorgen. So etwa war an den ersten Tagen in Währing (18. Bezirk), wo das Parken nach wie vor gratis ist, ein verstärktes Aufkommen von Pendlern zu bemerken, die statt im 17. im 18. auf Parkplatzsuche sind. Und schon fordert Marcel Kneuel, grüner Bezirksobmann Währings, dass auch hier die Parkraumbewirtschaftung eingeführt wird. "Die Lebensqualität ist in Gefahr", so Kneuel.

Die Opposition schäumt. ÖVP, FPÖ und BZÖ sprechen von "Abzocke" und lassen kein gutes Haar an der rot-grünen Stadtregierung. "Die Probleme haben sich nur verlagert", sagt BZÖ-Chef Michael Tscharnutter. Was selbst mancher Grüne nicht anders sieht.

Ob es das aktuelle Modell noch lange gibt, ist ohnehin fraglich. Im Frühjahr 2013 soll im Rahmen einer Volksbefragung über eine mögliche Alternative abgestimmt werden.

ACHIM SCHNEYDER

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