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Zuletzt aktualisiert: 21.09.2012 um 16:45 UhrKommentare

Mercedes CLS Shooting Brake: Ein Schiff wird kommen

Mercedes bringt mit dem CLS Shooting Brake ein Auto auf den Markt, auf das vielleicht keiner gewartet hat und das doch Begehrlichkeit weckt.

Foto © Mercedes

Man muss schon ein bissl die Fantasie spielen lassen: Ein viertüriges Coupé - grundsätzlich schon ein Widerspruch in sich - wird zu einem Kombi. Shooting Brake nennt man das in der Fachsprache, in der Mobilitätsgeschichte wird der Begriff Break auf spezielle Fuhrwerke zurückgeführt, die man laut Wikipedia anno dazumal "vorhielt, um den Widerstand ungezähmter Pferde zu brechen (to break) oder um ihren Bewegungsdrang zu bremsen (to brake)". Diese Fuhrwerke hatten Aufbauten, um zum Beispiel die Jagdausrüstung auf die Reise mitzunehmen. Dann nannte man das Ganze einen Shooting Brake.

Atemberaubender Kombi

Mit so einer schlichten Vergangenheit hat der CLS Shooting Brake freilich nichts zu tun. Das Auto ist ein Transformer, das sich aus den einzelnen Teilen des CLS - auch Magna war laut der Mercedes-Ingenieure mit einem "Entwicklungsauftrag" beteiligt - zu einem atemberaubend gestylten Kombi geformt hat. Bodengruppe und Antrieb kommen aus dem CLS, die Hinterachse ist luftgefedert und es gibt auch eine Airmatic, mit der man rundum auf Watte gelegt wird.

Die Differenzierung ist entscheidend: Die rund 60 Kilogramm Mehrgewicht im Vergleich zum einfachen CLS und der Kombi-Rucksack beeinflussen die Gesamt-Balance. Bei tiefen Unebenheiten und höherem Tempo geht der Shooting Brake überraschend schnell auf Anschlag. Mit der Airmatic und den verschiedenen Fahrmodi kann man dem leichter aus dem Weg gehen. Insgesamt wirkt der Shooting Brake etwas forscher als ein einfacher E-Klasse-Kombi.

63er AMG mit 525 PS

Motorisch gibt es nach oben hin bis zum superscharfen 63er AMG (525 PS, 7-Gang-Sportgetriebe) alles, was uns die edelste Form des Siedelns weiter behübschen kann. Wir kennen dabei aber auch bescheidene Ansätze: Der 250er-Diesel (Vierzylinder, 204 PS) beeindruckt beim Verbrauch (5,3 Liter auf 100 km im Schnitt). Und die 204 PS des kleinen Diesel sind ehrlich und okay. Natürlich ist und bleibt der Shooting Brake ein Luxusliner. Zwar mit einem akzeptablen Einstiegsangebot, aber zur E-Klasse, die übrigens auch als Technikspender für den CLS auftritt, gibt es schon einen anständigen finanziellen Respektabstand.

Die Aufpreisliste ist lang und gut, unser Favorit (neben dem Allrad) bleibt der Ladeboden aus amerikanischer Kirsche mit Intarsien aus geräucherter Eiche. Das Holz wird auch im exklusiven Jachtbau eingesetzt. Für den Boden muss man knapp über 4000 Euro einrechnen. Na ja, immer noch günstiger als eine eigene Jacht.

DIDI HUBMANN

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