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    Zuletzt aktualisiert: 14.07.2012 um 15:33 UhrKommentare

    Stars und Legenden des Motorsports in Gröbming

    Heulende Motoren, Benzingeruch und Boliden, die man sonst nur noch im Museum bestaunen kann: Die Ennstal Classic hat beim Finale ihres 20. Jubiläums am Samstag in Gröbming wieder kostbare Autos und unzählige Motorsportlegenden versammeln können. Selbst das Wetter spielte nach verregneten Etappen am Ende der Rallye mit.

    Stirling Moss und Norman Lewis

    Foto © APA | EXPAStirling Moss und Norman Lewis

    Ein Stammgast wurde bereits der ehemalige britische Formel-1-Fahrer Sir Stirling Moss, der allerdings zugab, selbst nicht Herr im eigenen Auto zu sein. "Meine Frau und Beifahrerin ist natürlich der Boss. Wenn ich mich nicht an ihre Anweisungen halte, leide ich noch lange darunter", scherzte der 82-Jährige im APA-Gespräch. Während Moss die technischen Errungenschaften moderner Autos im alltäglichen Leben zu schätzen weiß, will er die Herausforderungen der Oldtimer nicht missen: "Sie sind so viel schwieriger zu fahren, aber sie geben dir auch so viel mehr." Ähnliche sah das auch der zweifache Rallye-Weltmeister Walter Röhrl, der vor zwei Jahrzehnten die erste Ennstal Classic gewonnen hat: "Ich will noch selbst Chef im Auto sein und mich nicht von einem kleinen Mann im Computer lenken lassen." Ihr Können bewiesen die beiden Männer dann beim Chopard-Grand-Prix, wo unter anderem auch Norman Dewis, Jochen Mass, Jo von Lanthen und Maria Teresa de Filippis - sie war 1958 die erste Frau in der Formel 1 - an den Start gingen.

    Bis zum Baujahr 1972

    Teilnehmen dürfen bei der Ennstal Classic nur Boliden bis zum Baujahr 1972, die auf der Strecke einen Schnitt von maximal 50 km/h einhalten müssen. "Das ist leistbarer Motorsport in Reinkultur ohne technische Hilfsmittel. Solange es die Ennstal Classic gibt, werden wir die Zulassungsfrist nicht verändern. Wir wollen dieses Kulturgut bewahren und nicht Golfs oder Hybrid-Fahrzeuge am Start haben", meinte Helmut Zwickl, der gemeinsam mit Michael Glöckner für die Organisation verantwortlich ist. Bei der ersten Auflage des Spektakels 1993 waren nur 35 Autos am Start, während heuer aus 350 Bewerbungen 250 Teams zugelassen wurden.

    Um die Raritäten vergangener Zeiten zu sehen, kommen alljährlich viele Besucher zur Veranstaltung, deren Strecke durch die steirischen Berge führt. Moderator Christian Clerici kann diese Faszination nachvollziehen: "Diese Fahrzeuge aus vergangenen Epochen erzählen so viele Geschichten und in Kombination mit der Geruchs- und Geräuschskulisse ist es einfach einmalig." Zu wenig ist das allerdings dem ehemaligen Formel-1-Weltmeister Nigel Mansell: "Ich fahre doch lieber selbst und mache Geschichte, als die Fahrzeuge nur zu bestaunen."

    Durchhaltevermögen zeigte der einstige Rennfahrer Dieter Quester, der beim gesamten Lauf von knapp 1.000 Kilometern seit Donnerstag dabei war. "Wir sind in einem offenen Wagen bei diesem furchtbaren Regen gefahren. Das war wirklich strafverschärft, aber wenn man am Ende des Tages die Ergebnislisten in den Händen hält, weiß man wieder, wieso man mitgefahren ist." Ähnlich erging es auch dem Ex-Skirennläufer Hans Knauss: "Ich bin mit einem Boliden aus dem Jahr 1971 gefahren, dem gleichen Jahr, in dem ich geboren wurde. Ich bin ja selber schon ein Oldtimer." Die letzte Etappe von 480 Kilometer bei strömendem Regen hätten ihm allerdings zugesetzt: "Es war wirklich sehr anstrengend und ist nicht vergleichbar mit einer einfachen Fahrt auf der Autobahn." Skirennläufer Klaus Kröll, der es in seinem alten "Ami-Schlitten" fast gemütlicher hat, als in seinem modernen Auto, freute sich über die ausdauernden Fans: "Es ist toll, dass überall so viele Menschen am Straßenrand stehen, um uns zu sehen, trotz der Unwetter der letzten Tage."

    Quelle: APA

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