"Autobahn-Aufschlag" so hoch wie nie zuvor
Tanken entlang von Autobahnen ist nach wie vor extrem teuer: Im Juni-Jahresvergleich sind die Preise, obwohl schon auf einem sehr hohen Niveau, wieder angestiegen - und das vor den Sommerferien.

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Die Arbeiterkammer beklagt anlässlich des bevorstehenden Ferienbeginns die hohen Spritpreise und hat zur Untermauerung ihrer Kritik eine Treibstoffpreis-Analyse bei 1.500 Tankstellen in ganz Österreich durchgeführt. Das Ergebnis: Der Preisanstieg bei Treibstoffen entspricht etwa der allgemeinen Teuerung, es gibt aber ein West-Ost-Gefälle - in den westlichen Bundesländern tankt man durchschnittlich teurer als im Osten. Auch wer entlang von Autobahnen oder im Ausland seinen Tank füllt, muss meist tiefer in die Tasche greifen.
Die Preise für Eurosuper waren im Juni um 2,1 Prozent höher als im Juni 2011, bei Diesel betrug der Preisanstieg 1,7 Prozent, zeigt die AK-Analyse. "Der Höhenflug setzt sich fort", kritisiert AK-Energie-Experte Dominik Pezenka. Zum Vergleich: Insgesamt betrug die Teuerung im Mai 2,1 Prozent.
West-Ost-Gefälle
Im regionalen Vergleich zeigte sich, dass das Tanken im Westen am teuersten ist. In Niederösterreich, Oberösterreich und Wien ist es am günstigsten. "So ist zum Beispiel in Tirol der Sprit um durchschnittlich vier Cent teurer als in Niederösterreich", sagte Pezenka. Er empfiehlt auch, Autobahntankstellen zu meiden. Eurosuper ist dort um 14,3 Prozent, Diesel um 15,8 Prozent teurer als an Straßentankstellen. "Eine Tankfüllung kostet damit an der Autobahntankstelle im Durchschnitt um rund 13 Euro mehr", rechnet Pezenka vor. "Die Rekordpreise an den Autobahntankstellen genau vor den Sommerferien sind reinste Abzocke." Diskonter sind nach wie vor im Durchschnitt um rund einen Cent billiger als Markentankstellen.
Obwohl die Arbeiterkammer die hohen Spritpreise in Österreich kritisiert, empfehlen die AK-Experten dennoch, vor der Urlaubsfahrt noch zu Hause zu tanken - denn im benachbarten Ausland tankt man nur in Slowenien günstiger als in Österreich, dort ist Diesel um fünf Cent billiger als in der benachbarten Steiermark, Eurosuper hingegen ist teurer. Deutschland und Italien sind wegen der dort höheren Mineralölsteuer besonders teuer.
Die AK vermutet Preisabsprachen, denn nur vier Multis würden sich den Markt an Autobahnen aufteilen. In Österreich werde deswegen die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) den Mineralölmarkt prüfen, aber auch eine europäische Marktuntersuchung sei notwendig. Außerdem sollen sich die Mineralölhändler künftig für ihre Preise rechtfertigen müssen, verlangt die AK. Finanzinvestoren sollen vom Treibstoffhandel an der Börse ausgeschlossen werden, fordert die AK weiter. Damit soll die Spekulation bekämpft werden.














