Straßenbaustellen: Neun von zehn falsch gesichert
Alarmierendes Ergebnis des ARBÖ-Baustellen-Checks: Schilder fehlten, einige Baustellen waren gar nicht genehmigt. Getestet wurden Baustellen auf Landes- und Gemeindestraßen.

Foto © KK/ARBÖ Kärnten
In den letzten drei Jahren ereigneten sich auf Baustellen in Kärnten 55 Unfälle mit Personenschaden", sagt Martin Kobald, Leiter der Landesstelle des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV). "Zehn der Unfälle passierten auf Autobahnen." Der weit größere Teil geschah also auf Bundes-, Landes- und Gemeindestraßen.
Das untergeordnete Straßennetz wurde jetzt vom KFV, ARBÖ Kärnten und der Polizei unter die Lupe genommen. Das Ergebnis lässt die Alarmglocken schrillen: "Von zehn Baustellen war eine einzige annähernd korrekt beschildert", sagt ARBÖ-Landesgeschäftsführer Thomas Jank.
Gegenstand des ARBÖ-Checks waren Baustellen in Glanhofen, Liebenfels bei St. Veit, Maria Rain und mehrere im städtischen Bereich rund um Klagenfurt. Manche Baustellen waren überhaupt nicht genehmigt. Teilweise standen Tempolimit-Tafeln, für die es keine Verordnung gab. Oft waren Schilder falsch aufgestellt.
Jank verweist auf Liebenfels: "Dort musste man wegen Markierungsarbeiten auf die Gegenfahrbahn ausweichen. Es fehlten aber verordnete Zeichen. Wir haben hier brenzlige Situationen beobachtet." In Viktring gab es für die Baustelle gar keinen Bescheid. "Wer hier in eine Zufahrtsstraße einbiegen wollte, wäre gegen ein Scherengitter geknallt", berichtet Jank.
Einer der harmlosesten Fehler ist noch, wenn die Aufhebung einer Geschwindigkeitsbeschränkung fehlt. "Das ist zwar eine Schlamperei, aber ohne gravierende Folgen", sagt Jank. Er und Kobald appellieren an die Firmen, alle Auflagen einzuhalten. "Das darf keine lästige Pflicht sein", mahnt Kobald. "Da unsere regelmäßigen Schulungen nur für die Mitarbeiter der Landesstraßenverwaltung verpflichtend sind, gibt es noch großen Optimierungsbedarf", sagt Chefinspektor Hannes Ruppitsch.
Autobahnen wurden beim Test bewusst ausgeklammert. "Da vertrauen wir darauf, dass diese besser geregelt sind und die Asfinag professionell vorgeht", sagen Jank und Kobald.
Features
Fakten
Der ARBÖ testete zehn Baustellen auf Landes- und Gemeindestraßen in Glanhofen, Liebenfels, St. Veit (Richtung Kraig), Maria Rain sowie in Klagenfurt.
Nur eine der Baustellen war korrekt beschildert. Überall sonst fehlten Schilder oder diese waren falsch aufgestellt. Einige der Baustellen waren gar nicht behördlich genehmigt.
Auf Kärntens Straßen gibt es täglich 50 bis 100 Baustellen. Laut ARBÖ könne man aus dem Test von zehn Baustellen zwar nicht schließen, dass 90 Prozent aller Baustellen falsch beschildert sind. Aber, so ARBÖ-Landesstellenleiter Jank: "Es ist zulässig zu sagen, dass der Großteil der Kärntner Baustellen falsch geregelt und damit unsicher ist."













