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Zuletzt aktualisiert: 21.06.2012 um 10:48 UhrKommentare

65 Raststätten unter der Lupe: Österreich auf Platz eins

Pünktlich zum Sommerbeginn hat der ÖAMTC 65 europäische Raststationen getestet. Europameister im diesjährigen "Eurotest" wurde die Kärntner Raststation Wörthersee (Süd Autobahn A2). Fünf Testkandidaten fielen durch.

Europameister im diesjährigen "Eurotest" wurde die Kärntner Raststation Wörthersee

Foto © Helmut WeichselbraunEuropameister im diesjährigen "Eurotest" wurde die Kärntner Raststation Wörthersee

Schlechte Zufahrten, unappetitliche Speisen und teure Getränke, verschmutzte Toiletten, unfreundliches Personal - schlechte Raststationen können die Urlaubsstimmung dämpfen. Der ÖAMTC hat in Zusammenarbeit mit seinen Partner-Clubs 65 Raststationen und Autohöfe in 13 europäischen Ländern getestet. "In Österreich wurden sieben Raststationen eingehend unter die Lupe genommen und die Ergebnisse können sich sehen lassen", so ÖAMTC-Reiseexperte Jan Stirnweis. Europameister im diesjährigen "Eurotest" wurde die Kärntner Raststation Wörthersee (Süd Autobahn A2).

Den zweiten Platz errang die südlich von Wien gelegene Raststation Guntramsdorf (A2). Auch die anderen fünf in Österreich getesteten Raststationen - Ybbs an der Westautobahn (A1), Suben West an der Innkreisautobahn (A8), Kammern an der Pyhrnautobahn (A9), Brennerpass an der gleichnamigen Autobahn (A13) und Deutsch-Wagram an der Wiener Außenring Schnellstraße (S1) - erhielten ausnahmslos das Gesamturteil "gut". Testverlierer war die Raststation Ruma in Serbien.

Pluspunkte der heimischen Raststationen

"Appetitlich angerichtete, schmackhafte Gerichte, serviert von freundlichem und hilfsbereitem Personal", beschrieb der ÖAMTC-Experte die Pluspunkte der heimischen Raststationen. Auch die Sanitäranlagen waren fast durchgehend in tadellosem Zustand. Der Wermutstropfen waren die vergleichsweise hohen Preise. "Vor allem in den Shops überstieg der Preis für gängige Artikel wie Wasser, Cola oder Schokoriegel den normalen Ladenpreis oft um das Doppelte", kritisierte der ÖAMTC-Touristiker.

Außerdem fielen drei Stationen in der Wertungskategorie "Familienfreundlichkeit" durch (Brennerpass, Deutsch Wagram und Ybbs). Die Raststationen verfügen zwar über eine Spielmöglichkeit, sie haben aber keinen Kinderspielplatz im Außenbereich. Ähnlich sah es bei der Versorgung der Kleinkinder aus. Alle getesteten Raststationen bieten zwar einen Wickeltisch, drei Stationen (Brennerpass, Ybbs und Suben West) bieten dafür aber keinen separaten Wickelraum. "Doppelnutzungen von Babywickelraum und Behindertentoilette bzw. von Wickelraum und Damen-Toilette sollten mittlerweile der Vergangenheit angehören", bemängelte der ÖAMTC-Experte. "Auch Väter müssen die Möglichkeit haben, ihre Kinder zu wickeln."

Nur fünf Kandidaten mangelhaft

Schwachstellen fanden sich teilweise auch bei der Sicherheit der Fußgänger auf den Parkplätzen (Wörthersee) und bei den Leistungen für mobilitätseingeschränkte Personen. Der barrierefreie Zugang zum Gebäude ist zwar meist gegeben, vereinzelt versperren aber Drehkreuze den Weg zum Restaurant (Kammern). Auch die Behinderten-Toiletten wurden zweimal von den Testern beanstandet, weil sie nicht bedarfsgerecht gewesen (Suben West) oder als Abstellraum missbraucht worden sind (Kammern).

Neben den sieben "gut" in Österreich wurden noch 26 andere Raststationen im europäischen Ausland mit diesem Gesamturteil bewertet. 27 Mal gab es ein noch positives "ausreichend". Nur fünf von insgesamt 65 Testkandidaten fielen mit der Bewertung "mangelhaft" durch. "Obwohl keine Raststation das Gesamturteil 'sehr gut' erreichte, ist das die positivste Gesamtwertung in der zwölfjährigen Geschichte des Eurotest für Raststationen", resümierte Stirnweis.

Den Ländervergleich gewann Kroatien mit der höchsten Durchschnitts-Testpunktezahl, allerdings wurden dort nur drei Raststationen getestet. Österreich setzte sich vor Slowenien und der Schweiz durch. Einen der letzten Plätze im Länderranking besetzt Spanien.

Jede Raststation wurde zweimal an unterschiedlichen Tagen und von verschiedenen Testern unter die Lupe genommen. Der Test orientierte sich an den Bedürfnissen einer vierköpfigen Familie mit zwei Kindern, darunter ein Kleinkind.


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