Die Zukunft hupt, bevor sie überholt
3000 Studenten bilden 217 Teams - ihr einziges Ziel ist es, effizient zu fahren. Grazer Team beweist dabei Weltklasse.

Foto © Jiri Buller/AP Images for ShellGroßer Jubel beim Grazer Tera-Team. Trotz einiger technischer Schwierigkeiten stand am Ende des Shell-Eco-Marathons in Rotterdam ein zweiter Platz
Die große Halle im niederländischen Rotterdam muss der effizienteste Basar der Welt sein. Dafür sorgen etwa Studenten aus dem ostspanischen Alicante, die tiefroten Serrano-Schinken und dunkle Oliven mitgebracht haben. Oder ihre belgischen Pendants, die eine Vielzahl an heimischen Waffeln vor dem Paddock, dem teameigenen Fahrerlager, anbieten. Und hinter den Waffeln und Oliven, oft umrahmt von Fahnen in den Nationalfarben, schraubt man eifrig an der Effizienz. Die sich unter Carbon-Karosserien und in Lithium-Polymer-Akkus versteckt. Mehrere Hundert Kilometer fahren die Autos der Studenten und verbrauchen dabei wahlweise eine einzige Kilowattstunde Strom oder einen einzigen Liter Benzin.
Beim Shell-Eco-Marathon, der heuer bereits zum 28. Mal stattfindet, treten 3000 Studenten und Schüler aus aller Herren Länder - der heurige Exotenpreis ging an ein Team aus Marokko - gegeneinander an und brechen dabei regelmäßig Weltrekorde. Das Ziel ist klar: Jeder will der Effizienteste sein und mit möglichst wenig Energieverbrauch möglichst weit kommen. Es ist die moderne, aufgeklärte Form des Rennsports. Gefahren wird im Idealfall mit konstantem Tempo und gutem Benehmen: Steht ein Überholmanöver an, wird zuvor gehupt. Am Ende einer Zehn-Runden-Fahrt, die innerhalb von 39 Minuten absolviert werden muss, misst die Jury am Auto den Verbrauch. Je nach Antriebs-Kategorie in Litern oder eben Kilowattstunden.
619 Kilometer für Grazer
Auch Julia Steger hat Lust auf die Messungen bekommen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Strecke - erstmals wird auf einem Stadtkurs gefahren - hat die Grazerin ihren "Fennek", einen 47 Kilogramm schweren und 65 Zentimeter breiten Prototypen, nun besser im Griff. Ein Unfall, der Akku fiel aus der Halterung und blockierte den Reifen, lässt Steger und ihr Team von der TU Graz nicht verzweifeln. Innerhalb von 24 Stunden reparieren die Studenten das Fahrzeug und holen sich am Ende den zweiten Platz - mit 619 Kilometern pro Kilowattstunde. Zum Vergleich: Der straßentaugliche Nissan Leaf schafft bei gleichem Verbrauch 7,3 Kilometer.
Als auch noch der Panther, ein von den Studenten entwickeltes straßentaugliches Elektrofahrzeug, bei seiner Rennpremiere eine gültige Wertungsfahrt runterspult, ist die Rotterdam-Reise eine aus steirischer Sicht erfolgreiche. Man ist Teil der Weltklasse und Teil der kommenden Mobilitätsgeneration. Auch ohne das Anbieten von Kürbiskernöl.
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Außerirdisch. Die Effizienz-Kaiser im Straßeneinsatz Foto © TERA













