Empörung über Umgang Opels mit den eigenen Werken
Der Abzug des Opel Astra aus Deutschland schockt die deutschen Opel-Mitarbeiter. Es wird befürchtet, dass die angekündigte Auslagerung der Astra-Produktion den Standort Deutschland schwächt und die Dauerkrise verschärft.

Foto © APASchlittern die deutschen Opelwerke noch tiefer in die Krise?
Arbeitnehmervertreter sind empört über den Umgang des Autobauers Opel mit seinen Beschäftigten. "Die Menschen in Rüsselsheim und an den anderen Standorten sind stinksauer", sagte am Freitag der IG-Metall-Bezirksleiter Armin Schild im ZDF-Morgenmagazin. Er reagierte auf die Ankündigung des Unternehmens, den Bau des erfolgreichen Astra-Modells vom Rüsselsheimer Stammwerk abzuziehen und ganz nach Polen und Großbritannien zu verlagern. Ihn habe die Ankündigung "sehr überrascht".
Astra wird nicht mehr in Deutschland gebaut
Über das Aus der Astra-Produktion in Deutschland war tagelang spekuliert worden, am Himmelfahrtstag gab Opel dann seine Entscheidung bekannt. Sie sei "durch einen neuen Tarifvertrag ermöglicht" worden, dem die Belegschaft im englischen Ellesmere Port am Mittwoch zugestimmt habe. Mit diesem Tarifvertrag könne das Unternehmen seine "Strukturkosten" senken, seine Flexibilität erhöhen und damit seine Wettbewerbsfähigkeit "deutlich verbessern", hatte Opel erklärt. Dass die britischen Beschäftigten separat mit dem Unternehmen verhandelt hätten, sei das Ergebnis der "nackten Erpressung, dass ihr Werk ansonsten unmittelbar geschlossen würde", sagte Schild. Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) versuche, "die Belegschaften gegeneinander auszuspielen", kritisierte er. Zwischen den deutschen Belegschaften könne dies nicht gelingen, diese hätten sich abgestimmt.
Auslagerung schwächt Standorte
Dennoch werden die deutschen Standorte durch die Auslagerung geschwächt und es wird befürchtet, dass Rüsselsheim statt des Astra den Bau des Modells Zafira übernehmen soll. Dieser wird bisher noch am Standort in Bochum hergestellt. "Das ist eine Kriegserklärung an das Bochumer Werk", sagte daher Rainer Einenkel, Betriebsratschef des Bochumer Opel-Werks, der Financial Times Deutschland (Freitagsausgabe). Am Montag findet in Bochum eine Betriebsversammlung statt, zu der auch Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke erwartet wird.













