Der pure Knochen, ready to race
Der Zweiradhersteller KTM setzt seine Philosophie auch auf vier Rädern radikal um.

Foto © APAKTM-Boss Stefan Pierer
Stefan Pierer ist kein Mann von faulen Kompromissen. "Wir stehen für emotionale Produkte. Das gilt auch, wenn wir was mit vier Rädern machen," sagte der KTM-Boss bei der Präsentation des "X-Bow", dem ersten Automobil von Europas zweitgrößtem Motorradhersteller.
Scharf und radikal. Das Ergebnis ist ein 3,6 Meter kurzer straßentauglicher Sportwagen, der an optischer Schärfe und technischer Radikalität alles in den Schatten stellt, was die Autowelt bisher im Angebot hatte. In Zusammenarbeit mit der italienischen Feinkost-Manufaktur Dallara entwickelt, schlägt der von Gerald Kiska gestylte puristische Zweisitzer in Sachen Fahrerlebnis eine Brücke zwischen Motorrad und Auto und liefert dabei Werte, die so manchem Elite-Flitzer zur Ehre reichen würden.
Rennsport lässt grüßen. Bei der zum Teil sichtbar gemachten Technik (Stoßdämpfer) lässt der Rennsport grüßen, der X-Bow geht fast als Formel-3 durch. Herzstück des schlanken Konzepts ist ein Kohlefaser-Monocoque, bei einem Trockengewicht von 699 Kilogramm haben Komfort und elektronische Notdienste Pause: Es gibt keine Türen und kein Verdeck, keine Airbags, kein ABS und kein ESP. Dafür Vier-Punkte-Gurte, Überrollbügel und Brembo-Bremsen.
Spartanisch. Spartanisch geht es freilich auch im Cockpit zu. Das Lenkrad trägt digital alle Informationen, es gibt zwei Mini-Ablagen und zwei Mulden für die Helme (nicht Pflicht, aber empfohlen). Ab XL als Konfektionsgröße beginnt es zu zwicken: KTM-Sportchef Heinz Kinigadner ist das Maß, und der ist 1.90 Meter hoch.
Features
40.000 Euro
Im Jänner starten die ersten Testfahrten. Befeuert von einem aufgeladenen Audi-Vierzylinder (Zweiliter FSI, 220 PS), soll der pure Knochen von 0 auf 100 km/h in 3,9 Sekunden sprinten. Ab Ende 2007 wird es das KTM-Auto zu kaufen geben. Gut 40.000 Euro dürften zu kalkulieren sein.
















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