Der Tod lauert auf den Schutzwegen
Der Verkehr in der Steiermark wird immer sicherer, das belegt die Unfallstatistik. Und dafür gibt es eine Reihe von Gründen, sagen Experten. Für die Fahrzeuglenker gibt es Lob - aber auch Kritik.

Foto © APAMotorradfahrer leben weiter gefährlich: zwölf Prozent mehr Unfälle im Jahr 2011
Minus neun Prozent. Das steht unter dem Strich, wenn man die Unfallstatistiken der Jahre 2010 und 2011 vergleicht. Neun Prozent weniger Getötete - absolut betrachtet verloren in der Steiermark aber immer noch 72 Menschen bei einem Verkehrsunfall ihr Leben. Der Trend geht in die richtige Richtung, und das bereits seit Jahren.
Einige Gründe sind offensichtlich: Die Autos bieten von Generation zu Generation mehr Sicherheit. Die Straßeninfrastruktur ist besonders auf Autobahnen und Schnellstraßen in den vergangenen Jahren immer komfortabler geworden. Die Erstversorgung von Unfallopfern wurde weiter verbessert.
Dass der Verkehr aber wirklich sicherer geworden ist, lässt sich an der ebenso seit Jahren sinkenden Unfallzahl ablesen; 2011 gab es rund zehn Prozent weniger Unfälle. Dahinter steckt, das betonen Peter Felber als Leiter des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV) und Oberst Wolfgang Staudacher als Chef der Verkehrsabteilung im Landespolizeikommando einstimmig, auch die konsequente Verkehrssicherheitsarbeit mit dem Land Steiermark. "Es gibt keine Einzelaktionen mehr, wir arbeiten koordiniert", sagt Felber.
Die Sanierungen von Unfallhäufungsstellen sind ein wichtiger Teil des Verkehrssicherheitsprogrammes. Sie werden neu geplant, umgestaltet, neu gebaut. "Da wird viel gemacht, auch in Zeiten des Sparens."
Eine weitere Säule sind legistische Maßnahmen; der Probeführerschein etwa bewährt sich seit genau 20 Jahren. Auch die Kontrollen durch die Polizei haben zugenommen. Zu Jahresbeginn 2011 hatte Staudacher 660.000 Alkotests binnen drei Jahren in der Steiermark angekündigt, das entspricht der Zahl zugelassener Pkw im Land. Somit kommt bis Ende 2013 theoretisch jede Steirerin und jeder Steirer einmal ins Visier. Staudacher: "Das Gesamtpaket wirkt sich auf die Verkehrsteilnehmer aus."
Positiv, wie die Zahlen belegen. Felber attestiert zudem eine Verhaltensänderung: "Wir registrieren einen Rückgang beim Geschwindigkeitsniveau. Die Leute fahren gleichmäßiger und es gibt weniger Raser."
Probleme
Alles gut also? Nach wie vor bleiben einige Probleme zu lösen. Bei den Unfällen auf Schutzwegen bewegen sich die Zahlen nicht nach unten. "Das Thema verfolgt uns seit Jahren. Die Anhaltebereitschaft ist nach wie vor viel zu gering", beklagt Felber. Der Unfallrückgang betrifft außerdem überwiegend jüngere Menschen, während ältere Verkehrsteilnehmer einem höheren Risiko ausgesetzt sind.
Am Beispiel der Motorräder: 2011 kam es zu zwölf Prozent mehr Unfällen, ältere Motorradfahrer (Wiedereinsteiger!) zwischen 45 und 60 Jahren verunglückten aber öfter als ihre jüngeren Kollegen. Eine steigende Unfalltendenz (plus fünf Prozent) weisen auch die Radfahrer auf.













