Die bunte Vielfalt mobilen Reisens
Der Luxus liegt im Detail - Reisemobile im Wettstreit um maximale Flexibilität auf kleinstem Raum. Ein Lokalaugenschein auf der Caravan-Messe in Düsseldorf.

Foto © Caravan Salon Düsseldorf
Einfach und preiswert - so billig geben es Camper längst nicht mehr. Technik, Klasse, Luxus - die Vielfalt an Reisemobilen spielt alle Stückeln und kennt auch preislich nach oben hin keine Grenze.
Luxus-Liner der Marke Concorde, Morello oder Rapido sind der Stoff, aus dem die Träume sind: Das Format eines Reisebusses, das Prinzip des Huckepack-Systems - der Kleinwagen fährt im Laderaum mit. Der Preis entspricht dem einer 100-Quadratmeter-Wohnung in guter Lage.
Auf dem Caravan-Salon in Düsseldorf durfte jeder träumen - doch die Freiheit endet bei den Palästen an der Eingangstür: Ins Innere werden Besucher nur einzeln vorgelassen. Für die Kiebitze geht's meist nur ums Schauen, nicht ums Kaufen.
Es muss ja nicht der 7,5-Tonner sein, für den es eines Lkw-Führerscheins bedarf. Der Reiz des handlichen Luxus-Gefährts liegt nicht in der Größe, sondern im Detail.
Wer sich gut bettet, liegt richtig. Ins Luxusbett klettert man(n) nicht über die Partnerin, sondern es ist Platz für den Zugang auf der eigenen Seite.
Wer elegant gerundete Laden mit Luxus-Scharnieren geöffnet und wieder geräuschlos in die Ruhestellung gleiten lassen hat, weiß den Unterschied zwischen Spanplatten-Stauraum und Edel-Küche zu schätzen. Und zwischen den verfügbaren Kühlschrank-Formaten liegen Welten.
Wahre Raffinesse offenbart sich im Bad. Die "Häusldusche" - Dusche und WC in einem - hat ausgedient. Zwar ist es immer noch ein einziges winziges Gemach, aber verschiebbare Trennwände, die den Raum einmal ins Klo und einmal in die Dusche verwandeln, Rückwände, die Nass- von Schlafräumen trennen und im Bedarfsfall den Durchgang ins Heck freigeben, ermöglichen auch im Kastenwagen Flexibilität auf kleinstem Raum.
Fast alle Reisemobil-Anbieter bieten ein "Premium-Segment" und billigere Varianten an. Erprobte Top-Modelle werden rückgebaut zu leistbareren Alternativen. Aus dem C-Liner von Carthago wurde ein C-Tourer. Der Unterschied: 10.000 Euro. Der Camping-Bus ist gefragter denn je, der Platz beschränkt. Knauss-Design bringt 2012 einen Wohn-Anhänger, den "Tourer", passend zum T5 von VW, auf den Markt.
Luxus kann man sehen, muss man aber nicht. Der letzte Schrei: Großflächige Fenster im Dach (zum Beispiel bei Bürstner) verleihen der Stube den Glanz eines Atriums. Isolation und Wasserdichte der Außenwände markieren innere Schönheit, die nur durch transparente Schauwände in Düsseldorf sichtbar wurden. Und doppelter Boden sorgt im Winter für wohlige Wärme.
Die Technik macht's, auch unten drunter. Fiat-Ducato-Motoren gibt's nur noch mit Partikelfilter, Automatik-Getriebe ab Frühjahr auch für Modelle mit weniger PS. Und Hymer präsentierte in Düsseldorf das erste fahrbare Hybrid-Reisemobil. Bis zur Serienreife wird es dauern.
Das war immer schon so beim Campen: Der Weg ist das Ziel.
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Die Trends
Kleinere Modelle: Auch deutsche Anbieter sethzn inzwischen auf die 3,5-Tonner, für die der B-Führerschein genügt. Billigere Ausstattung: Bei der Länge wird gespart - oft sind es unter 7 Meter. Auch bei der Ausstattung ist Spielraum. Mehr Reisemobile: Es werden bereits mehr Reisemobile als Caravans verkauft.















