"DNA" für Autos soll Fahrzeugdiebstahl dramatisch verringern
Aufsprühbare Mini-Punkte enthalten Fahrgestellnummer des Kfz, die Identifizierung erfolgt durch die Polizei mittels UV-Licht und Lupe.

Foto © APADie Polizei beim Testen
Eine kleine unscheinbare Sprühflasche könnte den
Kampf gegen internationalen Autodiebstahl zu Ungunsten der
Kriminalität entscheiden. Denn in der Flüssigkeit, die auf alle Teile
des Pkw oder Motorrades aufgetragen wird, befinden sich tausende
winzige Punkte, so genannte Mighty-Dots. Sie sind nahezu
unzerstörbar, enthalten sämtliche Informationen über das Fahrzeug und
machen ein gestohlenes Vehikel somit leicht identifizierbar. Ein
Fläschchen Mighty-Dots kostet 125 Euro und ist ab sofort in
Österreich erhältlich.
Neue Technik. "Es handelt sich um eine absolute Novität und eine Technik, die
uns bei der Kriminalitäts-Bekämpfung sehr helfen wird", zeigte sich
am Freitag Innenministerin Liese Prokop (V) bei der Präsentation am
Flughafen Wien in Schwechat beeindruckt. Die Polizei erhält bis
Weihnachten 1.000 Kontroll-Sets, die aus UV-Lampen und Lupen mit
hundertfacher Vergrößerung bestehen. Die Daten aus derzeit sieben
europäischen Ländern werden zentral erfasst, in Österreich erfolgt
die Dokumentation durch das Fahndungssystem EKIS.
Autoklauer werden abgehalten. Der Diebstahl kann dadurch natürlich nicht verhindert werden, doch
allein die enorme Anzahl der kleinen Punkte scheint viele potenzielle
Autoklauer von ihrem Vorhaben abzuhalten. In Australien, die Heimat
und der Ursprung der Mighty-Dots, sind Langzeitstudien zufolge die
Diebstahlsraten um 65 bis 95 Prozent zurück gegangen. Die einen
Millimeter kleinen Punkte werden auf alle Teile des Fahrzeugs
gesprüht. Diebe sollten sich also zum Entfernen jede Menge Zeit
nehmen - und sie sollten gründlich arbeiten: Denn nur ein einziger
Punkt reicht, um den fahrbaren Untersatz zu identifizieren.
Serienmäßig Mighty-Dots. Während BMW, Porsche und Subaru in Australien ihre Autos bereits
serienmäßig mit Mighty-Dots besprühen, müssen die europäischen Lenker
noch weitestgehend selbst Hand anlegen oder eine autorisierte
Werkstatt beauftragen. Die Minipunkte haften anschließend auf der
Bodenplatte, am Armaturenbrett, auf den Scheinwerfern, der Stoßstange
oder im Kofferraum - bei extremer Hitze ebenso wie bei klirrender
Kälte.
Vielfältige Einsatzgebiete. In Österreich sind die winzigen Alleswisser beim ARBÖ und bei
ausgewählten Händlern und in Werkstätten erhältlich. Ab 2007 soll
dann auch der ÖAMTC die Mighty-Dots in sein Programm aufnehmen. Die
Einsatzgebiete der Minipunkte ist schier unerschöpflich: Fahrräder,
Skier, aber auch wertvolle Kunstgegenstände. So hat etwa das
Heeresgeschichtliche Museum in Wien bereits sämtliche Exponate
"einsprühen" lassen.
(S E R V I C E - Informationen über die Mighty-Dots und deren
Verkaufsstellen in Österreich im Internet unter
http://www.mightydot.at)
(Schluss) trö/km
















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